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Alter ist keine Krankheit

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 7. Mai 2015 – 07:548 Comments

Man ist so alt, wie man sich fühlt. Oder fühlt man sich so alt, wie man ist? Fakt ist, die Wissenschaft spricht ab einem Alter von 50 Jahren beim Menschen schonungslos von der Rückbildungsphase.

Ab wann aber sind Hund und Katze alt? Als Faustregel gilt hier: Je größer der Hund, desto schneller altert er. Kleinere Hunderassen sind mit etwa elf Jahren, große mit sieben und Katzen mit etwa zehn Jahren alt.

Wie der Mensch leben Hund und Katze heute wesentlich länger als früher. Die Geriatrie ist deshalb nicht nur eine humanmedizinische Disziplin. Altersbedingte Krankheiten werden zunehmend auch in den Tierarztpraxen diagnostiziert.

Dabei ist das Älter werden per se keine Krankheit. Körperfunktionen nehmen in ihrer Leistungsfähigkeit jedoch ab und die Empfänglichkeit für Krankheiten nimmt entsprechend zu. Auch die Genesung kann länger dauern. Zudem gibt es typische Alterserkrankungen, die zwar nicht mehr zu heilen, aber durchaus zu lindern sind.

Nicht alle Rassen sind gleich stark betroffen. So kann Hunden und Katzen mit zunehmendem Alter das Herz zu schaffen machen.
Jeder zehnte untersuchte Hund ist davon betroffen. Schätzungsweise leiden 50 bis 60 Prozent aller Hunde über zehn Jahren an einer Herzklappenerkrankung, bei sehr alten Hunden ab 15 Jahren sind es sogar 75 Prozent.

Meist handelt es sich um kleine Hunde und bestimmte Rassen, zum Beispiel Dackel oder Pudel. Große Rassen wie der Dobermann oder die Deutsche Dogge leiden eher an Herzmuskelerkrankungen, das Risiko steigt ab einem Alter von acht Jahren. 95 Prozent der Herzerkrankungen sind auch bei der Katze Herzmuskelerkrankungen. Es scheint so, dass weibliche Katzen weniger betroffen sind als männliche und Langhaarkatzen seltener als Kurzhaarkatzen.

»Alterskrankheiten beim Haustier – was tun?«

Bei älteren Hunden und Katzen kann der Bewegungsapparat eingeschränkt sein, beispielsweise durch Arthrosen von Hüft- und Kniegelenk. Schätzungsweise leiden 20 Prozent der mehr als fünf Millionen Hunde in Deutschland an Osteoarthrose. Eine Hüftgelenksdysplasie kommt bei 40 bis 60 Prozent aller großen Hunde vor.

Doch auch schon in jungen Jahren können Tiere betroffen sein. Arthrose bei Hunden lässt sich zwar nicht heilen, aber es ist möglich, den Hund von seinen Schmerzen zu befreien. Physiotherapeutische Maßnahmen, Akupunktur, Futterumstellung zur Gewichtsreduktion sowie die Verabreichung von unterstützend wirkenden Nahrungsergänzungsmitteln schaffen Linderung.

Glucosamin ist in den meisten Fällen fähig, die eigentliche Ursache anzugehen. Es hat eine umfassende Wirkung. Das Ergänzungsmittel:

  • schützt das Knorpelgewebe der Gelenke vor weiterem Abbau
  • lindert die Schmerzen
  • verbessert die Beweglichkeit und die Lubrikation der Gelenke

Nicht jeder Hund reagiert auf diese Behandlungen gleichermaßen und die Ergebnisse können variieren, aber häufige Verbesserungen im Krankheitsbild ermuntern zur Anwendung und sprechen sicherlich für die Ergänzung von rein auf Schmerzmitteln basierenden Therapien, die letztendlich nur die Symptome der Krankheit bekämpfen.

Altersbedingte Veränderungen betreffen auch die Organsysteme. So schätzen die Tiermediziner, dass zehn Prozent aller Katzen über sieben Jahre und ein Drittel der mehr als zehnjährigen Katzen mit chronischen Nierenerkrankungen leben müssen. 30 Prozent dieser Katzen haben in Folge Bluthochdruck und Endorganschäden. In den Fokus gerückt sind auch Hormonstörungen. Bei der Katze ist dies unter anderem die Schilddrüsenüberfunktion, Katzen um das achte Lebensjahr gelten als gefährdet.

Die Zuckerkrankheit zählt zu den häufigsten hormonell bedingten Erkrankungen bei der Katze. Rund 20.000 leiden in Deutschland bereits an Diabetes mellitus. Auch 30.000 Hunde sind betroffen, meist tritt Diabetes zwischen sieben und neun Jahren auf. Alte Hunde leiden darüber hinaus häufig unter einer Nebennierenrindenüberfunktion, die mit zahlreichen und vielseitigen Symptomen einhergeht. Und ein Unglück kommt selten allein. So ist das auch mit Krankheiten bei älteren Tieren. Die Tierärzte sprechen dann von Multimorbidität oder Mehrfacherkrankungen.

Untersuchungen habe gezeigt, dass bei Hunden ab dem sechsten Lebensjahr die Zahl der Krankheiten zunimmt, bei Katzen ist dies ab elf Jahren zu erkennen. Es ist besonders wichtig, Hund und Katze noch vor Eintritt in die Seniorphase dem Tierarzt vorzustellen. Bei frühzeitigen und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen hat der Tierarzt die Möglichkeit, das Tier auf Herz und Nieren zu untersuchen und geeignete Therapien einzuleiten. Einem unbeschwerten Lebensabend steht dann nichts mehr entgegen.

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Quelle / Fotos: Bundesverband für Tiergesundheit e.V./Klostermann / Postinfo: S1070515

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