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18. September 2019 – 12:59 | No Comment

Viel zu oft müssen wir schockierender Weise darüber lesen, dass wieder eine Katze oder ein Hund entlaufen ist und die Besitzer händeringend nach diesen suchen. Was niemand weiß ist, dass nur ein erschreckend geringer Teil …

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Blindenführhunde – mehr als nur Hunde

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 19. Mai 2010 – 15:526 Comments

Blindenführhunde sind speziell ausgebildete Assistenzhunde, die blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen eine gefahrlose Orientierung sowohl in vertrauter als auch in fremder Umgebung gewährleisten sollen.

Blindenführhunde gelten [in Deutschland] nach § 33 SGB V rechtlich als Hilfsmittel. Der Blindenführhund „im Dienst“ ist an seinem weißen Führgeschirr erkennbar. Dies ist ein offizielles Verkehrszeichen, das alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksicht verpflichtet. Etwa 1-2% der Blinden in Deutschland haben einen Führhund. Gut ausgebildete Führhunde ermöglichen ihren Haltern ein hohes Maß an individueller Mobilität, Sicherheit und Unabhängigkeit und stellen dadurch einen entscheidenden Faktor für die gesellschaftliche Teilhabe blinder Menschen dar.

Die Idee zur Ausbildung von Blindenführhunden entstand u.a. in dem 1892 vom Tiermaler Jean Bungartz gegründeten Verein für Sanitätshunde. Im August 1916, während des Ersten Weltkrieges, führten die steigenden Kriegsopfer zur Entstehung des Dressurgedankens, dessen erfolgreiche Umsetzung aber erst am 27. April 1918 im Kriegsministerium auf Resonanz stieß. In der Weimarer Republik wurde die Methode vor allem von privater Seite weiter vorangetrieben. Im Verein war es dessen langjähriger Vorsitzender, der Oldenburger Verleger Heinrich Stalling, der neben einer Arbeitsgemeinschaft zur Beschaffung von Führhunden für Blinde besonders hervortrat.

Ein Team bestehend aus Blindenführhundhalter und Blindenführhund nennt sich Führgespann. Während der blinde bzw. sehbehinderte Hundeführer als “Navigator” fungiert, übernimmt der Blindenführhund die Rolle des “Piloten”, indem er akustische Kommandos, sogenannte Hörzeichen, wie z.B. „Geradeaus“, „Nach links“, „Suche Türe“, „Überquere Straße“ ausführt.

Ein Blindenführhund sucht wunschgemäß Türen, Treppen, Zebrastreifen, Telefonzellen, Briefkästen, freie Sitzplätze (z.B. in Bus oder Bahn) und vieles mehr. Er zeigt das Gefundene an, indem er davor stehen bleibt. Blindenführhunde sind in der Lage, blinde und sehbehinderte Menschen sicher durch Orte zu führen, indem sie Hindernissen wie Straßenschildern, parkenden Autos, Fußgängern usw. ausweichen und Straßenbegrenzungen, Treppen, Türen, Fußgängerstreifen anzeigen. Ein gut ausgebildeter Blindenführhund umgeht jegliche Art von Hindernissen oder zeigt diese an, indem er stehen bleibt. Für ein gut ausgebildetes Führgespann sind geparkte Autos, Laternenpfähle, Fahrradfahrer etc. daher kein Problem. Zu den Hindernissen, auf die ein Führhund reagieren muss, gehören auch Bodenhindernisse wie Pfützen oder Schlaglöcher und Höhenhindernisse wie herabhängende Äste oder Schilder, d. h. der Hund muss auch Hindernisse anzeigen und umgehen, die für ihn selbst keine sind. Ein ausgebildeter Führhund beherrscht etwa 40 Hörzeichen, bei entsprechendem Training kann er aber noch wesentlich mehr (bis zu 400) erlernen. Damit diese Fähigkeiten nicht verloren gehen, sind ihre Besitzer angehalten sich intensiv mit ihrem Hund zu beschäftigen und die Kommandos regelmäßig zu trainieren.

Wie Blindenführhunde ausgebildet werden

Im Fall einer drohenden Gefahr etwa im Straßenverkehr muss der Führhund in der Lage sein, einen Befehl ausnahmsweise zu verweigern (sogenannter „intelligenter Ungehorsam“). Diese Fähigkeit ist eine teilautonome Handlung des speziell ausgebildeten Hundes. Er löst selbstständig Probleme, indem er in einer Gefahrensituation Befehle missachtet. Durch seinen natürlichen Instinkt verfügt er über ein intuitives Frühwarnsystem für gefährliche Situationen. Innerhalb einer Ausbildung wird dieses Frühwarnsystem mit einer auszuführenden Handlung verbunden. Auf einer befahrenen Straße verweigert der Hund das Kommando vorwärts zu gehen, weil er in der Ausbildung eine antrainierte Protesthaltung für diese Gefahrensituation gelernt hat. Diese Protesthaltung ist als Ausdruck einer Verbundenheit und Solidarität zu verstehen. Somit ist „intelligenter Ungehorsam“ nur ein vermeintlicher Akt des Ungehorsam, da die Verweigerung zum Schutze der Person erfolgt, der für einen Moment die Gefolgschaft aufgekündigt wird.

Zur Ausbildung zum Blindenführhund kommen nur Hunde mit ganz bestimmten Eigenschaften in Frage. So muss es sich um friedfertige, intelligente, wesensfeste, nervenstarke, arbeitsbelastbare und gesunde Junghunde handeln. Die ersten Eignungstests zum Blindenführhund werden bereits im Welpenalter, mit etwa acht Wochen, in besonders dafür angelegten Welpentests von erfahrenen Führhundetrainern durchgeführt. Anschließend werden geeignete Welpen in sogenannte Patenfamilien, in denen die Hunde etwa ein Jahr lang sozialisiert werden, gegeben. Gute Führhundeschulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Patenfamilien speziell für diese Aufgabe aussuchen, anleiten und kontrollieren. Die Junghunde werden während ihres ersten Lebensjahres mit den unterschiedlichsten Ereignissen und Situationen konfrontiert. Dabei wird immer wieder das Augenmerk auf Nervenfestigkeit, Ängstlichkeit, Aggressionsverhalten, Jagdtrieb und auf Wohlverhalten im Umgang mit Menschen gerichtet.

Bei den Rassen, die zur Ausbildung in Frage kommen, gibt es grundsätzlich keine Beschränkungen. Es dürfen jedoch keine Hunde mit hohem Aggressionspotential zum Blindenführhund ausgebildet werden. Bevorzugt als Blindenführhunde ausgebildet werden häufig Königspudel, Riesenschnauzer, Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever oder Golden Retriever. Es kommen auch Mischlinge für die Ausbildung in Frage. Die Schulterhöhe der Tiere sollte zwischen 50 cm und 65 cm liegen. Blindenführhunde werden in Blindenführhundeschulen mittels verschiedener Methoden des Verhaltenstrainings ausgebildet. In Deutschland werden die Kosten der Ausbildung von den Krankenkassen übernommen. Die Ausbildung selbst kann bis zu zwölf Monate dauern. Für sie müssen die Tiere einen intensiven Gesundheitstest bestehen, dabei werden unter anderem Gelenke und Augen untersucht.

Die soziale Bindung zwischen Mensch und Hund ist die wichtigste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Führgespann. Der Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbasis ist besonders wichtig im ersten Jahr des Gespanns. Gelingt der Bindungsaufbau in dieser Zeit nicht, bleiben Mensch und Blindenführhund häufig unsicher. Es bleibt auch später wichtig, engen Kontakt zu den Tieren zu halten, um die Bindung zu gewährleisten. Bei Paaren, in denen ein Partner sehend ist, kann es vorkommen, dass die Hunde eine intensivere Beziehung zum sehenden Menschen aufbauen, wenn dieser sich häufiger mit dem Tier beschäftigt und Spiele wahrnimmt, die Blinden nicht möglich sind.

LINK EMPFEHLUNG:
anderssehen.at / Deutscher Blindenführhundehalterverein e.V.
Verein für Blindenhunde und Mobilitätshilfe (Schweiz)

Blindenführhunde

Quelle: Wikipedia Artikel Blindenführhund – lizenziert unter GFDLListe der Autoren / Foto: Honza Groh

6 Comments »

  • Hallo,
    wir sind Züchter des “Deutschen Schäferhundes” und aus unserem Zwinger wurde auch schon ein Hund zum Blindenhund ausgebildet. Wir freuen uns heute darüber ein Stück weit geholfen zu haben und haben ein Auge darauf – welcher Nachwuchs vielleicht geeignet wäre.

    Die Ausbildung erfordert ein gutes Gespürr für den Hund, gute Nerven, viel Zeit – aber: es lohnt sich, denn der Dank kommt zurück.

    Ein guter Info-Artikel – macht weiter so….!

    Schäferhund-Türkenkopf

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  • Fragen und Antworten zum Thema Blindenführhund

    Was ist ein Blindenführhund?

    Blindenführhunde sind besonders treue, sensible, auf Gehorsam und Führfähigkeit ausgebildete Partner und Engel auf vier Pfoten Sie helfen blinden und schwer sehbehinderten Menschen zu mehr Mobilität, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag. Für ihre hohe Verlässlichkeit werden diese Blindenführhunde nach strengen Kriterien ausgewählt und ausgebildet. Blindenführhunde sind an ihrem weißen Führgeschirr erkennbar.

    Die Vorteile eines Blindenführhundes:

    Die/Der Sehbehinderte und Blinde ist mit einem gut ausgebildeten Blindenführhund viel selbständiger und unabhängiger unterwegs. Auch kann sie/er zu jeder Zeit seinen eigenen Bedürfnissen folgen und fühlt sich auch in fremder Umgebung viel sicherer und hat dadurch auch weniger Stress und kann sich so auch etwas leichter selbst orientieren.

    Blindenführhunde geben ein großes Gefühl der Sicherheit. Sehbehinderte und Blinde haben dadurch auch größere Lebensqualität und leben gesünder, da sie sich sehr viel im freien bei jedem Wetter aufhalten und der Hund ja auch seine “Geschäfte” verrichten muss. Darum sollte sich auch jede/jeder Blinde und Sehbehinderte sich vor Anschaffung eines Blindenführhundes ihre/seine Gedanken machen und Erkundigen bei Blindenverbänden und Blindenführhundeschulen einholen.

    Darum auch hier ein Appell an alle Sehbehinderten und Blinden – bitte beachten Sie bei der Anschaffung eines Blindesführhundes folgende Fragen:

    1. Sind sie überhaupt ein Hundetyp?

    2. Die Haltung eines Hundes sind sehr kostenintensiv (Tierarztkosten, Futterkosten, Haftpflichtversicherung, etc.). Sehr gut wäre eine Krankenversicherung, denn wenn man als MindestpensionistIn nicht soviel Geld hat, kann man sich unter Umständen eine Operation des Hundes nicht leisten. Aus diesem Grund ist es besser einen jährlichen Betrag an die Hundekrankenversicherung zu bezahlen, denn man bekommt ja zwei doppelte Pensionen und da ist zum Beispiel der jährliche Tierarztbesuch sowie Haftpflicht und Krankenversicherung vom Hund inkludiert. Auch ich mache es so.

    3. Wäre man auch bereit einen Urlaub zu verschieben, oder sogar ganz auf den Urlaub zu verzichten?

    4. Ein Hund ist nicht immer einsetzbar (krankheits- oder stressbedingt).

    5. Der Hund muss ausreichend bewegt werden.

    6. Auch können Blindenführhunde maximal 10 Jahre “Dienst tun”, dann muss neues Tier angeschafft werden.

    7. Alte Tiere, die “in Pension gehen”, kann man, wenn man möchte, auch selbst behalten, oder sie werden in so genannten Patenfamilien untergebracht.

    8. Kümmert sich jemand um meinen Hund, wenn ich mal nicht in der Lage sein sollte (Unfall, Erkrankung, Krankenhausaufenthalt und im schlimmsten Fall auch Tod)?

    Ist meine/mein VermieterIn damit einverstanden, dass ich einen Blindenführhund halte? Wenn nicht, bin ich bereit umzuziehen?

    Der Blindenführhund:

    Als Blindenführhunde werden meist der Collie, Labrador-Retriever, Golden-Retriever, Deutscher Schäferhund, Amerikanisch-Kanadischer Schäferhund (Weißer Schäferhund), Riesenschnauzer und Königspudel ausgebildet, weil sie angeblich nicht so ein hohes Aggressionspotiential haben. Die Schulterhöhe der Blindenführhunde sollte zwischen 50 – 65 cm betragen. Das Alter dieser Hunde beträgt zwischen 13 – 15 Jahren.

    Ihre Diesnstzeit als Blindenführhund dauert nur ca. 7 Jahre. Danach gehen sie in Pension, bei anderen Familien, oder Singles1.

    Da die Blindenführhunde ein Leben lang eine relativ sehr hohe stressreiche Arbeit haben, ist man der Meinung, dass diese Hunde nicht so alt werden, wie ihre ArtgenossInnen, die als gewöhnliche Haus und Freizeithunde ihr Leben führen dürfen. Aber dem ist nicht so, wenn ein Blindenführhund trotz seiner sehr wichtigen Arbeit artgerecht gehalten wird, damit meine ich, dass der Hund nicht nur als Hilfsmittel, sondern auch als Partner und treuer Begleiter angesehen wird. Denn nur so kann auch eine sehr gute soziale Bindung zwischen Mensch und Hund aufgebaut werden.

    Der Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbasis ist besonders wichtig im ersten Jahr des Gespanns. Das ist die wichtigste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Führgespann. Gelingt der Bindungsaufbau in dieser Zeit nicht, bleiben Mensch und Blindenführhund häufig unsicher. Es bleibt auch später wichtig, engen Kontakt zu den Tieren zu halten, um die Bindung zu gewährleisten. Bei Paaren, in denen ein Partner sehend ist, kann es vorkommen, dass die Hunde eine intensivere Beziehung zum sehenden Menschen aufbauen, wenn dieser sich häufiger mit dem Tier beschäftigt und Spiele wahrnimmt, die Blinden nicht möglich sind.

    Helfende Engel

    Selbsthilfegruppe zur Förderung von Miteinander und Mobilität Sehender-Blinden und Sehbehinderten in Österreich in Kooperation mit dem Ternitzer Blindenführhunde Stammtisch und dem Unabhängigen Blindenführhunde Verein stellt sich vor:

    In unserer Gruppe möchten wir allen Teilnehmern die Möglichkeit geben,ein starkes “Wir”-Gefühl zu entwickeln Denn nur durch gegenseitige Hilfe ist das zu realisieren. Zum Beispiel beim

    Beratungsstelle für Sehende-Blinde-Sehbehinderte und deren Angehörigen
    Information-Beratung und Vermittlung von Blindenführhunden nach Deutschland-Österreich und der Schweiz
    Austausch von Telefonnummern und Adressen für den Notfall
    gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Grillabende, Radtouren und Ausflüge
    Verabredungen untereinander
    Besuch und Austausch mit anderen Selbsthilfegruppen
    Seminare und Vorträge
    Ein Sensibilisierungs Workshop in Schulen, Institutionen und Unternehmen wird angeboten
    Bekanntmachung bei Messen und Ausstellungen
    Konzerte
    Reisen
    Gemeinsame Spiele Nachmittage

    Vernetzung mit anderen Selbsthilfegruppen

    Zeit und Ort des Gruppentreffens werden rechtzeitig bekannt gegeben.

    Bei Interesse bitte melden:
    email:sabine.kleist@chello.at
    Telefon:0043-0664/9428620

    Was kann ein Blindenführhund

    Der Führhund ist dazu da, die selbständige Fortbewegung eines blinden oder sehbehinderten Menschen zu erleichtern, indem er die bestmögliche Sicherheit bietet.
    Am Anfang seiner Ausbildung lernt der Führhund, sein Verhalten zu ändern sobald der Ausbilder ihm das Führgeschirr überstreift, denn das heisst : jetzt wird gearbeitet. Sobald man ihm jedoch das Geschirr abnimmt, darf er wieder ein ganz gewöhnlicher Hund sein. Der Führhund ist dazu da, die selbständige Fortbewegung eines blinden oder sehbehinderten Menschen zu erleichtern, indem er die bestmögliche Sicherheit bietet.
    Am Anfang seiner Ausbildung lernt der Führhund, sein Verhalten zu ändern sobald der Ausbilder ihm das Führgeschirr überstreift, denn das heißt : jetzt wird gearbeitet. Sobald man ihm jedoch das Geschirr abnimmt, darf er wieder ein ganz gewöhnlicher Hund sein.
    Der Führhund lernt, alle möglichen Hindernisse anzuzeigen und selbstständig zu umgehen : Bodenhindernisse (Gehsteig, Treppe, Rohr, Abgrund), Seitenhindernisse (parkierte Autos, Passanten, Werbeträger usw.) sowie Höhenhindernisse (bis Kopfhöhe). Er ist imstande, einen Befehl zu verweigern, wenn dieser für seinen Meister eine Gefahr bedeutet.
    Der Führhund lernt auch eine spezielle Sprache, dank derer sein Meister mit ihm kommunizieren kann. Sie zählt zirka 30 Hörzeichen. So bedeutet der Meister ihm, die Richtung zu wechseln, einen Fußgängerstreifen, Ein-, respektive Ausgänge eines Gebäudes, einen Schalter, eine Theke, einen freien Platz usw. zu suchen und anzuzeigen.
    Während seiner Ausbildung lernt der Führhund keine Standardweg. Somit ist ert anschließend fähig, seinen Meister überall zu führen unter der Bedingung, dass der letztere den Weg wenigstens ungefähr kennt. Der Führhund ist zudem imstande, zahlreiche verschiedene Wege im Gedächtnis zu behalten. Während sein Meister anderweitig beschäftigt ist, z. B. wenn er arbeitet, macht sich der Hund unbemerkbar und wird von der Umgebung und den Angehörigen des Halters sehr schnell akzeptiert. Selbstverständlich hat er auch den für das angenehme tägliche Zusammenleben nötigen Grundgehorsam erlernt.
    Seinerseits braucht er Pflege und viele Streicheleinheiten, nicht mehr und nicht weniger als jeder Familienhund. Eine innige und ganz besondere Beziehung von Halter und Führhund ist die Folge. Der eine braucht den anderen, und beide haben gelernt, sich gegenseitig zu vertrauen.

    Bitten eines Führhundes

    Wenn ich mein Geschirr trage, bitte streichelt und lockt mich nicht.
    Denn meine Arbeit erfordert sehr viel Konzentration und jede Art von Ablenkung könnte meinen
    blinden Partner/innen gefährden.

    2. Fragt bitte meinen hochgradig sehbehinderten oder blinden Partner/in, ob und wie ihr ihm behilflich sein könnt!
    Spontanes und schnelles Anfassen, oder sogar Festhalten am Führgeschirr machen mich und meinen Begleiter/innen unsicher. Ihr könnt uns sehr gerne eure Hilfe anbieten, aber seid nicht beleidigt, wenn Herrchen oder Frauchen es ablehnen sollten, denn wir beide sind ein eingespieltes und sehr gut zusammenarbeitendes Team und daher auch sehr selbständig.

    3. Bitte, sagt meinem Herrchen oder Frauchen, welche Busse mit welcher Nummer einfahren und wohin diese Busse fahren. Oder
    wann die Ampel auf “grün” steht! Ich bin zwar sehr intelligent, aber lesen oder eine Ampeln richtig deuten,dass kann ich nun mal nicht.

    4. Haltet Euch bitte dringend an die Verkehrsvorschriften!
    Zugeparkte oder mit Fahrzeugen verstellte Gehwege zwingen mich und mein Herrchen bzw. Frauchen auf die Straße auszuweichen, wo es durch den vielen Verkehr für uns beide sehr gefährlich werden kann.

    5. Erlaubt mir bitte den Zutritt zu Lebensmittelgeschäften!
    Das Gesetz ist zwar auf meiner Seite, aber dennoch schimpfen immer noch Leute über mich in den Geschäften. Denn Ihr lasst eure Augen ja auch nicht vor dem Geschäft stehen und warten bis ich wieder herauskomme

    6. Bitte, erschreckt mich nicht mit Knallkörpern und dergleichen!
    Ihr gefährdet damit meine Diensttauglichkeit und mein blinder Partner/in verliert einen verlässlichen Führer/in.

    7.Haltet bitte eure Hunde zurück und umgeht uns zügig!
    Ich darf im Dienst nicht schnuppern und spielen.
    Doch in meiner übrigen Freizeit bin ich jederzeit fürs knuddeln,spielen für und eine wilde Rennerei zu haben.

    8. Füttert mich bitte nicht!
    Ich bin dazu erzogen worden, von Fremden nichts anzunehmen. Jeder Versuch von eurer Seite untergräbt diesen Gehorsam und mein blinder Partner/in wird dann zu Recht sehr ungehalten.

    9. Bitte, verzichtet darauf, jegliche gefährliche Dinge (!) auszulegen oder Glasscherben einfach liegen zu lassen bzw. informiert meinen blinden Partner/in über derartige Gefahrenquellen! Er / Sie erkennt nicht, womit meine Pfoten in Berührung kommen bzw. was ich im Freilauf aufnehme. Eure Achtlosigkeit bezahle ich mit längerem oder dauerhaftem Dienstausfall, schlimmstenfalls sogar mit meinem Leben!

    Falls ihr Fragen über mich, meine Ausbildung und unsere Arbeit habt, so scheut euch nicht, meinen Partner /in offen anzusprechen.

    Auch ein Blindenführhund hat Rechte:

    Auch sollte ein Blindenführhund immer genügend Auslauf bekommen, damit er einen Ausgleich für seine hohe Konzentration und verantwortungsvolle Arbeit hat. Denn nur so ist ein Mass an hoher Sicherheit für uns Sehbehinderte und Blinde geboten.

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