Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum
8. Dezember 2019 – 13:18 | No Comment

Bei niedlichen Kaninchen, kleinen Kätzchen und verspielten Welpen kriegen nicht nur Kinder leuchtende Augen. Ohne Frage: Tiere sind großartig. Allerdings sollte man niemals vergessen, dass Tiere Lebewesen mit Bedürfnissen und keine Spielsachen sind. Tierschutzorganisationen warnen …

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Ab sofort Pflicht: Weiterhin harsche Kritik am Wiener Hundeführschein

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 1. Juli 2011 – 19:412 Comments

Wien – Gestern endete die Übergangsfrist für Wiens “Kampfhundebesitzer”, ab heute sollte man nur mehr mit verpflichtenden Hunde- führschein gassigehen, der in Wien für insgesamt 12 Rassen und deren Mischlinge gilt. Zum Zeitpunkt der Prüfung muss der Hund älter als 6 Monate, der Hundehalter mindestens 16 Jahre sein.

Bis jetzt mussten nur Hundehalter, die ihren so genannten “Listenhund” nach Inkrafttreten des Hundeführscheins (Anfang Juli 2010) bei sich aufgenommen haben, innerhalb von 3 Monaten ab Beginn der Haltung den Führschein vorweisen können.

Die Wiener Polizei startet dieser Tage gemeinsam mit dem Veterinäramt der Stadt Wien (MA 60) erneut Schwerpunktkontrollen zur Einhaltung der rechtlichen Vorschriften bei der Haltung von Hunden in Wien. Betroffene Halter, die den Führschein nicht vorweisen können, drohen Geldstrafen von bis zu 3.500 Euro oder gar die Abnahme des Hundes.

Für den Wiener Tierschutzverein ist dieser Weg nicht zielführend. Kampagnenleiter Mag. Alexander Willer: “Wer glaubt, auch nur einen einzigen Hundebiss verhindern zu können, indem einzelne Hunderassen auf Pfui-Listen gesetzt werden, wird erstaunt sein, wie ineffektiv sich diese Maßnahme erweist. Rasselisten haben in ganz Europa versagt, in Wien und Niederösterreich werden sie als Erfolgsmodell vorgegaukelt, das ist befremdlich!”

Interview vom 21.06.2010 zur Einführung des verpflichtenden Hundeführscheins

Willer fordert stattdessen ein Umdenken im gesamten Hundewesen: “Solange Hunde als Statussymbole, auf Knopfdruck zu gehorchende ‘Maschinen’ oder Massenware zum Diskontpreis betrachtet werden, wird sich nichts ändern. Der Hund muss in einem partnerschaftlichen Verhältnis zum Menschen stehen. Dafür muss geworben werden. Dafür bedarf es Aufklärung und Schulung.”

Gefragt ist:

  • Gewaltlose, belohnungsbasierte Hundeerziehung. Weg vom bloßen Kommandoempfänger Hund.
  • Reglementierung der Hundezucht mit einer Art tierschutzgeprüftem Gütesiegel, um den Wildwuchs endlich einzudämmen.
  • Aufhebung aller Rasselisten
  • Koordiniertes Vorgehen von Bund und Ländern gegen den internationalen Welpenschacher
  • Grundkurse vor der Anschaffung eines Hundes, um den Interessenten zu vermitteln, was rechtlich, medizinisch oder körpersprachlich bei Hunden zu beachten ist

Willer abschließend: “Die Steiermark hatte vor Jahren ebenfalls eine Rasseliste, ist davon aber abgekommen und beschreitet nun einen Weg, der auf Schulung aller künftigen HalterInnen abzielt. Dieser steirische Weg, kombiniert mit Elementen des freiwilligen Wiener Hundeführscheins, wäre eine gute Basis für neue Bundesgesetze, für eine neue ‘DOG-matik’ im Sinne eines konfliktfreien Miteinanders von Hund und Mensch.”

Hunde sind nicht durch ihre Rassezugehörigkeit gefährlich, hier sind sich Hundeexperten einig. Auch wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass die Gefährlichkeit von Hunden nicht von der Rasse abhängt, sondern vom Menschen am anderen Ende der Leine. Tierquälerischer Umgang, veraltete Ausbildungsmethoden und zu wenig oder falsches Wissen über Hunde und deren Verhalten sind für Beißunfälle verantwortlich. Hundeexperten und Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten fordern eine Abschaffung der Rasseliste und eine bundeseinheitliche Regelung für eine Hundehaltung im Sinne des Tierschutzes und der Sicherheit.

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Quelle: ots / Foto: Lilly M

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