Hundetransport im Auto: Welche Möglichkeiten gibt es?
18. August 2019 – 21:33 | No Comment

Geht die ganze Familie auf Reisen, soll natürlich auch das vierbeinige Familienmitglied nicht alleine bleiben. Auf der Fahrt in den Urlaub dürfen dann auch der Hundekorb und das Hundehalsband nicht fehlen.
Viel wichtiger aber ist, für …

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Blindenführhunde – Engel auf vier Pfoten

Hinzugefügt von Gastkommentar am 14. Februar 2011 – 08:506 Comments

Blindenführhunde sind besonders treue, sensible, auf Gehorsam und Führfähigkeit ausgebildete Partner und Engel auf vier Pfoten Sie helfen blinden und schwer sehbehinderten Menschen zu mehr Mobilität, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag.

Für ihre hohe Verlässlichkeit werden diese Blindenführhunde nach strengen Kriterien ausgewählt und ausgebildet. Blindenführhunde sind an ihrem weißen Führgeschirr erkennbar.

Als Blindenführhunde werden meist der Collie, Labrador-Retriever, Golden-Retriever, Deutscher Schäferhund, Amerikanisch-Kanadischer Schäferhund (Weißer Schäferhund), Riesenschnauzer und Königspudel ausgebildet, weil sie angeblich nicht so ein hohes Aggressionspotiential haben.

Die Schulterhöhe der Blindenführhunde sollte zwischen 50 – 65 cm betragen. Das Alter dieser Hunde beträgt zwischen 13 – 15 Jahren. Ihre Dienstzeit als Blindenführhund dauert nur ca. 7 Jahre. Danach gehen sie in Pension, bei anderen Familien, oder Singles. Da die Blindenführhunde ein Leben lang eine relativ sehr hohe stressreiche Arbeit haben, ist man der Meinung, dass diese Hunde nicht so alt werden, wie ihre Artgenossen, die als gewöhnliche Haus und Freizeithunde ihr Leben führen dürfen. Aber dem ist nicht so, wenn ein Blindenführhund trotz seiner sehr wichtigen Arbeit artgerecht gehalten wird, damit meine ich, dass der Hund nicht nur als Hilfsmittel, sondern auch als Partner und treuer Begleiter angesehen wird. Denn nur so kann auch eine sehr gute soziale Bindung zwischen Mensch und Hund aufgebaut werden.

Der Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbasis ist besonders wichtig im ersten Jahr des Gespanns. Das ist die wichtigste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Führgespann. Gelingt der Bindungsaufbau in dieser Zeit nicht, bleiben Mensch und Blindenführhund häufig unsicher. Es bleibt auch später wichtig, engen Kontakt zu den Tieren zu halten, um die Bindung zu gewährleisten. Bei Paaren, in denen ein Partner sehend ist, kann es vorkommen, dass die Hunde eine intensivere Beziehung zum sehenden Menschen aufbauen, wenn dieser sich häufiger mit dem Tier beschäftigt und Spiele wahrnimmt, die Blinden nicht möglich sind.

Der Sehbehinderte und Blinde ist mit einem gut ausgebildeten Blindenführhund viel selbständiger und unabhängiger unterwegs. Auch kann er zu jeder Zeit seinen eigenen Bedürfnissen folgen und fühlt sich auch in fremder Umgebung viel sicherer und hat dadurch auch weniger Stress und kann sich so auch etwas leichter selbst orientieren. Blindenführhunde geben ein großes Gefühl der Sicherheit. Sehbehinderte und Blinde haben dadurch auch größere Lebensqualität und leben gesünder, da sie sich sehr viel im freien bei jedem Wetter aufhalten und der Hund ja auch seine “Geschäfte” verrichten muss. Darum sollte sich auch jeder Blinde und Sehbehinderte sich vor Anschaffung eines Blindenführhundes seine Gedanken machen und Erkundigen bei Blindenverbänden und Blindenführhundeschulen einholen. Darum auch hier ein Appell an alle Sehbehinderten und Blinden, bitte beachten Sie bei der Anschaffung eines Blindesführhundes folgende Fragen:

  • Sind sie überhaupt ein Hundetyp?
  • Die Haltung eines Hundes sind sehr kostenintensiv (Tierarztkosten, Futterkosten, Haftpflichtversicherung, etc.). Sehr gut wäre eine Krankenversicherung, denn wenn man als MindestpensionistIn nicht soviel Geld hat, kann man sich unter Umständen eine Operation des Hundes nicht leisten. Aus diesem Grund ist es besser einen jährlichen Betrag an die Hundekrankenversicherung zu bezahlen, denn man bekommt ja zwei doppelte Pensionen und da ist zum Beispiel der jährliche Tierarztbesuch sowie Haftpflicht und Krankenversicherung vom Hund inkludiert. Auch ich mache es so.
  • Wäre man auch bereit einen Urlaub zu verschieben, oder sogar ganz auf den Urlaub zu verzichten?
  • Ein Hund ist nicht immer einsetzbar (krankheits- oder stressbedingt).
  • Der Hund muss ausreichend bewegt werden.
  • Auch können Blindenführhunde maximal 10 Jahre “Dienst tun”, dann muss neues Tier angeschafft werden.
  • Alte Tiere, die “in Pension gehen”, kann man, wenn man möchte, auch selbst behalten, oder sie werden in so genannten Patenfamilien untergebracht.
  • Kümmert sich jemand um meinen Hund, wenn ich mal nicht in der Lage sein sollte (Unfall, Erkrankung, Krankenhausaufenthalt und im schlimmsten Fall auch Tod)? Ist mein Vermieter damit einverstanden, dass ich einen Blindenführhund halte? Wenn nicht, bin ich bereit umzuziehen?

Gastkommentar von Sabine Kleist, Leiterin des Projektes und der Selbsthilfegruppe “Helfende Engel”

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Helfende EngelSelbsthilfegruppe zur Förderung von Miteinander und Mobilität Sehender-Blinden und Sehbehinderten in Österreich
Unabhängiger Blindenführhunde VereinSchweiz

Blindenführhunde

Fotos: Verein Helfende Engel
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6 Comments »

  • ST sagt:

    Hätte mich gerade bei diesem Thema über mehr kritische Punkte und Recherchen gefreut.
    Lg

  • Redaktion TierarztBLOG sagt:

    Liebe Sabine,
    Um welche kritischen Punkte handelt es sich? Wir werden diese dann an die Autorin zur Stellungnahme weiterleiten.

  • ST sagt:

    Ich habe mich nur mal sehr oberflächlich damit beschäftigt.
    Da wären so Punkte wie:
    der Blinde ist der 4. Besitzer (Zücher, Patenfamilie, Ausbildungsinstitution, Blinder), sowas ist für viele Hunde sehr schwierig. (Ein Tierheimhund wäre mit sovielen Vorbesitzern schon arm, verhaltensgestört usw.)

    Die Auswahl der Patenfamilien ist ohne Vorgaben und Kontrollen, sie müssen nur unterschreiben dass der Hund mit einem Jahr den vollen Grundgehorsam kann, egal wie.
    Wie die Auswahl beim Züchter erfolgt, was mit den Hunden passiert die schon dort nicht ins Schema passen.
    Nach welchen Schwerpunkten die Züchter gewählt werden bzw. haben viele Ausbildungsinstitutionen eigene Zuchten, wobei sich soweit ich weiss nur jeder 5. Hund eignet.

    Wie die Hunde ab dem 1. Lebensjahr in der Ausbildungsinstitution leben (da es viele sind, meist im Zwinger).
    Wie die Kontrolle der Haltung der Blinden erfolgt und wie man zB den Freilauf und Sozialkontakt mehrmals wöchentlich kontrolliert sicherstellt. (Geht nämlich nicht!!)

    Wie der Hund zB die intelligente Gehorsamsverweigerung lernt (da gehen manchmal schreckliche Dinge ab).
    Während der Ausbildung wird mit dem Hund ohne (!!!!) Blickkontakt gearbeitet, was viele psychisch nicht aushalten. Was geschieht mit denen?
    Was geschieht mit den Hunden die die letzte Prüfung nicht bestehen bzw. nicht zum ausgewählten blinden Menschen passen? Soweit ich weiss sind diese Hunde nämlich immer im Eigentum der Krankenkasse und die wird ja wohl doch nicht den Hund für etwas Geld hergeben nachdem sie tausende € reingesteckt haben.
    Wenn der Hund mit etwa 7 Jahren in “Pension” geht wechselt er wenn es gut geht zum 5. Besitzer und bleibt hoffentlich dort. Wie verkraften die Hunde dies und nach welchen Kriterien werden die Pensionshundebesitzer ausgesucht?
    Ist man sich eigentlich darüber bewusst, dass diese Hunde keine 40Std./Woche haben sondern einen Ganztagjob bzw. macht man sich Gedanken darüber?
    Was geschieht wenn es Probleme gibt, nachdem der Hund schon länger bei seinem blinden Besitzer ist?
    Das wären mal meine ersten Hinterfragungen leider bekommt man diese Antworten nicht wirklich nur über Leute die das mal gemacht haben und sich nun davon aus ethischen Gründen distanziert haben.

    Wäre toll wenn ihr das weiterleiten könntet. Danke!
    Lg

  • Liebe Sabine !

    Seit November 2009 habe ich meinen Blindenführhund Sly vom Unabhängigen Blindenführhundeverein aus der Schweiz. Dieser Verein hat eine eigene Hundezucht, wo die zukünftigen Blindenführhunde ausgesucht werden. Alle diese Hunde leben in der Wohnung, im Haus und in den Familien ohne Zwingerhaltung. Die ausgesuchten Führhunde kommen dann zu einem Junghundtrainer/ Patenfamilie für ca 20 Monate. In dieser Zeit lernt der Hund spielerisch, nur mit viel Lob und mit Futter die Aufgaben eines Blindenführhundes. Danach kommt der zukünftige Führhund zu einem UBV Ausbilder,der den zukünftigen Blindenführhund auf die Qualitätsprüfung vorbereitet. Nach bestandener Qualitätsprüfung kommt der Führhund zu seinem zukünftigen sehbehinderten oder blinden Besitzer, der vom Ausbilder des UBV eine dreiwöchige Einschulung bekommt. Nach dieser Einschulung muss der Besitzer des zukünftigen Blindenführhundes noch eine Teamprüfung mit dem Führhund ablegen. Und nach dieser Prüfung ist der zukünftige Führhund ein staatlich anerkannter Blindenführhund.

    Beratung und Information unter:
    Sabine Kleist
    Mobil:0043-0664/9428620
    sabine.kleist@chello.at
    http://www.helfende-engel.at/
    http://www.seh-netz.info/
    http.//www.ubverein.ch/

  • Um welche kritischen Themen geht es:

    ” Bitte melden !”

    Dann kann man diese Themen zu den entsprechenden Kontaktstellen weiterleiten. Liebe Grüße von Sabine Kleist mit Blindenführhund Sly vom UBV

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