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Diabetes bei Katzen lässt sich gut behandeln

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 13. Dezember 2010 – 08:00One Comment

Wenn eine Katze plötzlich sehr viel trinkt und abnimmt, obwohl sie reichlich frisst – dann ist sie möglicherweise zuckerkrank. Rund 20.000 Katzen leiden in Deutschland bereits an Diabetes mellitus, Tendenz steigend. Die Zuckerkrankheit zählt somit zu den häufigsten hormonell bedingten Erkrankungen bei der Katze.

Schon in der Antike kannten die Ärzte das Krankheitsbild vom „honigsüßen Durchfluss“, wie Diabetes mellitus übersetzt heißt. Doch was genau geschieht im Körper? Zucker beziehungsweise Glukose ist der Hauptenergielieferant des Körpers. Das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon Insulin ist für den lebenswichtigen Transport der Glukose in die Körperzellen verantwortlich.

Fehlt Insulin, reichert sich die Glukose im Blut statt in den Zellen an und der Blutzucker-spiegel steigt. Überschreitet dieser einen bestimmten Wert, wird über die Nieren vermehrt Glukose ausgeschieden. Dies führt auch zu erhöhtem Flüssigkeitsverlust, der wiederum durch vermehrte Flüssigkeitsaufnahme ausgeglichen wird – die Katze trinkt also mehr als üblich und muss entsprechend häufig Wasser lassen. Gleichzeitig “hungern” die Körperzellen nach Glukose und versuchen, den Mangel aus anderen Nährstoffen zu decken. Deshalb frisst ein diabetisches Tier auch sehr viel mehr als üblich. Trotzdem nimmt es ab, da die Nahrung nicht richtig verwertet werden kann. Ein weiteres bei Katzen relativ häufig auftretendes Symptom für Diabetes ist eine Schwäche der Hintergliedmaßen.

Bei Verdacht auf Diabetes wird der Tierarzt zunächst den Blutzuckergehalt messen und die erforderliche Insulin-Dosis festlegen. Die Insulingabe kann der Tierhalter nach entsprechender Einweisung zu Hause selber durchführen. Katzen erkranken meistens an einem dem humanen Typ 2 ähnlichen Diabetes. Betroffen sind vor allem männliche Tiere im mittleren Alter.

Einer der wichtigsten Auslöser scheint dabei Übergewicht zu sein. Für das Fortschreiten der Erkrankung mitverantwortlich ist die sogenannte Glukosetoxizität, durch die die insulinproduzierenden Zellen zerstört werden. Die gute Nachricht: Der Diabetes der Katze ist, rechtzeitig erkannt, sehr gut behandelbar. Einige Katzen sind sogar ein bis vier Monate nach Therapiebeginn nicht mehr insulinpflichtig. Man spricht dann von einem transienten (vorübergehenden) Diabetes Mellitus.

Einschränkend gilt jedoch, dass diese Katzen ein hohes Risiko aufweisen, erneut diabetisch zu werden, wenn begleitende, gesundheitsfördernde Maßnahmen vernachlässigt werden. Die Gewichtsreduzierung ist dabei häufig der Schlüssel zum Erfolg. Es hat sich nämlich gezeigt, dass Diäten mit stark reduziertem Kohlenhydratgehalt sehr günstig wirken und die Rate transienter Diabetesverläufe spürbar steigern.

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Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V / Foto: 4028mdk09

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One Comment »

  • Marion sagt:

    Es fehlt der Hinweis zum Hometesting. Denn – und ich kenne mittlerweile mehrere hundert Diabeteskatzenbesitzer – eine Katze lernt es schnell, dass man ihr am Öhrchen Blut abnimmt, um den Blutzucker zu bestimmen. Man spritzt kein Insulin ohne den aktuellen Blutzuckerwert zu kennen. Das wäre beim Menschen gefährlich und beim Tier auch. Ohne die täglichen Werte zu kennen ist eine Einstellung mit Insulin nicht machbar.
    Gerne wird ein Tagesprofil in der Praxis gemacht, aber die Katze stresst dort und der BZ ist dort oft höher als er in Wirklichkeit ist. Zuhause in gewohnter Umgebung ist das viel einfacher.
    Der Hinweis, dass manche Katzen mit Caninsulin nicht klar kommen, sollte m.E nach auch nicht fehlen. Viele Katzen – da sie oft Nibbler sind – kommen mit einem Langzeitinsulin, wie z.B. Lantus oder Levemir besser zurecht.
    Dann noch zum spritzen in den Nacken. Hierdurch kommt es auch zu Abszessen. Man nimmt am besten im Wechsel die Flanken.

    Bitte machen Sie in Ihrem Artikel auch auf das Hometesting aufmerksam. Das lernt wirklich jede Katze. Das Öhrchen schön mit einer in der Mikrowelle erwärmten Reissocke massieren und am äußeren Rand mit einer Lanzette oder Stechhilfe pieksen. Dann das Messgerät mit Teststreifen daran halten wenn das Bluttröpfchen da ist und den Wert messen. Nur so kann man sicher sein, dass man seine Katze nicht in den Unterzucker spritzt. Glauben Sie mir, mein Kater hatte zum Pre auch schon mal recht niedrige Werte, so dass ich gar nicht bzw. reduziert spritzen musste.

    Zu dem Thema kann man alles wichtige auf folgender Seite nachlesen.
    http://www.katzendiabetes.de nachlesen. So konnte mein Kater noch wunderbare 7 Jahre mit Diabetes leben.

    Vielen Dank

    Marion

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