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13. November 2019 – 14:06 | No Comment

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Orang Utans – die Waldmenschen

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 28. August 2010 – 09:003 Comments

Der Name “Orang-Utan” stammt von den malaiischen Wörtern “orang” (Mensch) und “utan” oder “hutan” (Wald) und bedeutet “Waldmensch”. Die Tiere in der Station von Samboja gehören der Unterart “Pongo pygmaeus morio” an, die nur in Ost-Borneo heimisch ist.

Orang-Utans sind Baumbewohner. Der Körperbau der Orang Utans ist daher an das Leben in den Bäumen angepasst. Die Arme sind lang und kräftig. Sie können ausgestreckt eine Spannweite von über zwei Metern erreichen. Die kurzen Beine sind sehr beweglich und nach innen einbiegbar, was dem senkrechten Klettern an Baumstämmen dient. Die Füße erwecken einen handähnlichen Eindruck.

Wie alle Menschenaffen sind Orang-Utans tagaktiv – vor allem am Vormittag und am späten Nachmittag streifen sie im Wald herum. In der Mittagszeit halten sie eine “Siesta”. Zur Nachtruhe errichten sie ein Nest aus Blättern. Sie bewegen sich langsam mit allen vier Gliedmaßen kletternd fort, oder gehen auf den Ästen. Wenn sie es eilig haben, schwingen sie sich mit ihren langen Armen von Ast zu Ast voran. Manchmal schaukeln sie mit den Bäumen, um die Distanz zwischen ihnen zu verringern. Am Boden sind Orang-Utans vorsichtig und scheu. Sie kommen selten auf den Boden, am ehesten, wenn sie zu einem anderen Baum wechseln wollen.

Bis zum vierten Lebensjahr gelten Orang Utans als Kleinkinder, die viel Liebe und Zuwendung brauchen. Die Aufzucht der Kinder ist Sache der Mütter, die Affenväter beteiligen sich nicht daran. Mit acht Jahren treten sie in die Pubertät ein, und mit 14 Jahren sind Orang Utans erwachsen. Dann leben sie meist einzelgängerisch, enge soziale Bindungen gibt es nur zwischen Weibchen und ihren unselbstständigen Kindern. Aber alle Orang-Utans einer Population kennen sich individuell und unterhalten persönliche Beziehungen, auch wenn sie wenig Zeit mit einander verbringen. Wenn sich Männer begegnen, kommt es jeodch oft zu Feindseligkeiten. Weibchen sind meist freundlicher zueinander und gehen mitunter sogar gemeinsam auf Nahrungssuche.

Orang Utans sind vor allem Pflanzenfresser, besonders Früchte sind begehrt. In Ost-Borneo ist die Ernährungssituation für Orang Utans aber suboptimal: Auf Grund des Klimas und nährstoffarmer Böden sind die für Orang Utans wichtigen Früchte (Dipterocarpaceen) nicht gerade reichlich vorhanden. Nur in “El Nino-Jahren” gibt es Früchte in Massen. Oft sind Orang Utans dadurch gezwungen Blätter oder Rinde zu essen, um nicht zu verhungern. Bei den Orang Utans gibt es “Ortsansässige” – das sind die Weibchen und manche der Männer. Auf der Suche nach Nahrung durchwandern “Orstansässigen” große Territorien von durchschnittlich 100- 5000 Hektar. Die Reviere der Männchen überlappen sich mit denen von mehreren Weibchen. Die meisten Männchen haben aber kein festes Territorium sondern streifen als “Pendler” und “Wanderer” umher und legen mitunter riesige Strecken zurück.

Orang Utans

Die Orang Utans sind stark in ihrem Bestand bedroht. Vor 20 Jahren gab es nach Schätzungen der UN-Umweltorganisation UNEP noch 250 000 Orang Utans. Heute sind es nach Angaben der UNEP kaum noch 40 – 50 000. Die UN-Organisation befürchtet, dass die freilebenden Orang Utans um das Jahr 2017 ausgerottet sein werden – wenn die Zerstörung der Wälder weitergeht. Noch vor 20-30 Jahren war das Landesinnere von Borneo nahezu vollständig von Regenwald bedeckt. Die Bewohner, vor allem die Dayak-Völker, lebten Jahrtausende lang vom Nahrungsangebot des Waldes, ohne die Lebensgrundlagen für sie selbst und der anderen Waldbewohner zu gefährden. Die Ankunft der industriellen Zivilisation änderte die Situation drastisch und schlagartig: Der Hunger nach Kohle, Holz, Öl und Palmöl droht die Tiefland-Regenwäldern, in denen die Orang Utans leben, schon bald völlig zu zerstören:

80-90 Prozent der Tiefland-Urwälder sind bereits vernichtet. Menschliche Siedlungen, Industrie, Felder und Plantagen breiten sich rasant entlang von Flüssen und Straßen aus. Kalimantan erlebt derzeit einen Wirtschafts-Boom (Palm-Öl, Kohle, Holz… zu Lasten des Waldes) und die Bevölkerung wächst unter anderem durch Zuzug von anderen indonesischen Inseln stark an. Die fortschreitende Waldzerstörung auf Borneo zu stoppen ist auch im Interesse des globalen Klimaschutzes und ist daher Gegenstand von internationalen Bemühungen im Rahmen der Verhandlungen zur UNO-Rahmen-Klimakonvention (Kyoto Nachfolge-Regelung) bzw. bilateraler Projekte etwa zwischen Norwegen und Indonesien (Oslo-Paris Prozess).

Neben der Vernichtung ihres Lebensraumes bedrohen Bejagung und Handel – insbesondere mit Orang-Utan Babies – die Orang Utans. Junge Affen sind beliebte Haustiere und Kinderersatz in Borneo. Verschärft wird die Situation durch die langsame Reproduktionsrate der Tiere. Angesichts der dramatischen Dezimierung der Orang-Utans sind Rehabilitations- und Auswilderungs-Programme ebenso wichtig, um die Orang Utans vor der Ausrottung zu retten wie der rasche und umfassende Schutz der verbliebenen Tieflandurwälder als Habitat der noch in Freiheit lebenden Menschenaffen.

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Quelle: ots / Foto: Oliver Spalt

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