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20. August 2014 – 08:15 | No Comment

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Warum gesunde Zähne bei Hunden so wichtig sind

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 29. September 2010 – 08:00One Comment

Ein Welpe bekommt seine ersten Milchzähne im Alter von vier bis fünf Wochen. Bereits drei Monate später werden die Milchzähne nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt. Im Alter von etwa sechs Monaten ist der Zahnwechsel abgeschlossen. Die meisten Hunde haben dann 42 Zähne, 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Das sind zehn Zähne mehr als beim Menschen. Es gibt jedoch einige Hunderassen, bei denen nicht (immer) alle Zähne vollständig vorhanden sind.

Ein tadelloser Fang mit einwandfreien Zähnen ist nicht nur aus ästhetischen und hygienischen Gründen wünschenswert. Bekanntlich beginnt der Verdauungsprozess im Mund mit dem Aufnehmen, Zerkleinern und Einspeicheln der Nahrung. Deshalb sind ein funktionsfähiges Gebiss und eine gesunde Mundhöhle lebensnotwendig.

Im Fang wimmelt es jedoch von Keimen, hauptsächlich Bakterien und Protozoen, also winzige, einzellige Lebewesen. Diese Keime sind bereits bei jedem gesunden Hund anzutreffen und besiedeln Mundschleimhaut und Zähne. Man spricht auch von der sogenannten „Mundflora“. Mit dieser lebt der Hund normalerweise in friedlichem Einklang. Durch Selbstreinigung mittels Speichelfluss, Bewegungen der Zunge und der Backenschleimhaut, Abrieb durch Kauen und Nagen und durch körpereigene Abwehrmechanismen hält er sie in Schach.

Wenn diese Mechanismen jedoch versagen, beginnen sich die Keime in der Mundhöhle massenhaft zu vermehren. Der Bakterienrasen bildet Beläge an der Zahnoberfläche. Diese Ablagerungen – auch als Plaque bezeichnet – sind ein Filzwerk aus Keimen, Nahrungsresten, abgeschilferten Zellen, Speichelinhaltsstoffen usw. Vom Zahnfleischrand ausgehend, überziehen diese Beläge bald den ganzen Zahn und werden dabei immer dicker. Mineralsalze aus dem Speichel lagern sich ein. So entsteht im Laufe der Zeit aus dem weichen Zahnbelag durch Verkalkung der knochenharte Zahnstein.

Damit beginnt ein Teufelskreis, es entwickelt sich zunächst eine Zahnfleischentzündung. Der Zahnstein drückt auf das Zahnfleisch und schiebt sich zwischen dieses und den Zahnhals. Es kommt zur Bildung von Taschen am Zahnfleischrand und zum Zahnfleischschwund, was das Eindringen von Bakterien in das Zahnfach ermöglicht. Dort setzen die Erreger ihr zerstörerisches Werk fort. Lockerung der Zähne, bakterielle Infektionen und Zahnausfall sind das Ergebnis. Parodontale Erkrankungen können über Entzündungen im Kieferknochen nachfolgend sogar Organe wie Herz, Leber und Nieren schädigen.

Karies kommt auch bei Hunden vor

Trotz ihrer Härte können Zähne brechen oder feinste Haarrisse bekommen. Als Ursache kommt hier plötzlich auftretende, starke Krafteinwirkung in Frage. Typische Beispiele sind ein heftiger Biss auf harte Gegenstände (Steine, Knochen usw.) sowie ein Schlag auf den Kiefer (Unfall, Sturz). Dabei kann es passieren, dass der Zahn splittert und seine Spitze abbricht. Dadurch wird fast immer der Wurzelkanal eröffnet, der im Zahninneren verläuft und über den der Zahn mit Blutgefäßen und Nerven versorgt wird. Dies verursacht starke Schmerzen, die der Hund durch Kaubeschwerden bis hin zu Futterverweigerung zu erkennen gibt. Der so geschädigte Zahn ist nicht nur empfindlich gegen Wärme und Kälte; über den Wurzelkanal können auch Schmutzpartikel und Keime in das Zahnbett eindringen und eine Zahnfachentzündung nach sich ziehen.

Karies sind Löcher in den Zähnen, die durch Entkalkung des Zahnschmelzes entstehen. Beim Hund tritt dies im Vergleich zum Menschen jedoch relativ selten auf. Karies beim Hund ist meist die Folge von Zahnstein oder ständiger Fehlernährung mit Süßigkeiten. Zucker, der an den Zähnen kleben bleibt, wird von der Mundflora zu Säure verwandelt, die den Zahnschmelz gewissermaßen ausätzt. Über die entstehenden Löcher können ebenfalls wieder Bakterien in den Wurzelkanal gelangen und eine Entzündung hervorrufen.

Solche Entzündungen bleiben oft unbemerkt, da der betroffene Zahn – wenn er mehrere Wurzeln hat – durch noch gesunde Wurzeln im Zahnbett verankert bleibt. Der Entzündungsprozess setzt sich dennoch weiter fort. Schließlich wird der Kieferknochen angegriffen, wodurch die sogenannte Zahnfistel entsteht. Zahnfisteln treten häufig im Oberkiefer auf, wobei überwiegend der Reißzahn befallen ist. Von solchen Infektionsherden geht nicht selten eine Bedrohung des gesamten Körpers aus, da Bakterien in die Blutbahnen einbrechen können. Dieses Geschehen, bei dem die Erreger in andere Gewebe ausgeschwemmt werden, bezeichnet man auch als Blutvergiftung (Sepsis).

Diese Gefahr droht auch bei einem Zahnverlust. Bemerkt dies der Tierhalter, sollte er sofort mit dem Hund zum Tierarzt gehen. Beim Zahnverlust liegt der Wurzelkanal offen, krankheitserregende Bakterien haben freie Bahn ins Zahnfleisch. Dies kann zu Abszessen im Kieferknochen führen. Bei einer frühzeitigen Behandlung können aber selbst abgebrochene Zähne erhalten bleiben. Es gibt die Möglichkeit der Wurzelbehandlung, Füllung oder Krone.

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Quelle / Foto: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

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