Was will mir mein Meerschweinchen sagen?
11. Mai 2019 – 19:24 | No Comment

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Aujeszkysche Krankheit

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 4. August 2009 – 10:03One Comment

Tierkrankheiten A-ZDie Aujeszkysche Krankheit (auch Morbus Aujeszky, Pseudowut, Pseudorabies, Juckseuche, Juckpest, Mad itch, Infektiöse Bulbärparalyse) ist eine durch das Aujeszky-Virus hervorgerufene anzeigepflichtige Tierseuche. Der Erreger gehört zur Familie der Herpesviren, Subfamilie Alphaherpesvirinae, Genus Varicellovirus. Sein eigentlicher Wirt sind Schweine, daher Suides Herpesvirus 1 (SHV-1). Die Krankheit ist nach dem ungarischen Tierarzt Aladár Aujeszky benannt.

Bei nahezu allen Säugetieren verläuft die Infektion tödlich. Primaten und Menschen sind jedoch für das Virus nicht empfänglich. Beim Schwein verläuft sie als zyklische Allgemeininfektion mit Virusausbreitung über Lymph- und Blutgefäße und Nerven. Zentralnervensystem und die Schleimhäute des Respirationstraktes sind bevorzugte Manifestationsorgane. Wie bei allen Herpesinfektionen gibt es bei SHV-1 bei Schweinen eine latente (meist lebenslängliche) Infektion, welche insbesondere unter Stress reaktiviert wird.

Bei Rindern, Hunden, Katzen und Schafen kommt es schnell zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung mit zentralnervösen Erscheinungen und starkem Juckreiz und danach zum Tod des Tieres. Alle diese sogenannten „Endwirte“ scheiden zu keinem Zeitpunkt das Virus aus und müssen sich via Schwein angesteckt haben (eventuell auch über verseuchte Gerätschaften, verschmutzte Stiefel und so weiter).

Aujeszkysche Krankheit bei einer Katze

Die Aujeszkysche Krankheit ist anzeigepflichtig und wird in vielen Ländern staatlich bekämpft. Sanierungsmaßnahmen beinhalten die Überwachung der Schweinepopulation durch regelmäßige Blutproben, Sanktionen wie Sperrung von Betrieben und Keulung.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Impfung, diese wird in stark verseuchten Gebieten mit Erfolg angewandt, allerdings schützt sie nur vor den Symptomen, nicht vor einer Infektion. Auch geimpfte Tiere können latente Herpesinfektionen aufweisen und diese gegebenenfalls in eine ungeimpfte Population einschleppen. Daher muss in offiziell anerkannten virenfreien Ländern die Impfung verboten werden (wie z. B. in der Schweiz). Eine große Gefahr stellt die Einschleppung der Krankheit durch Wildschweine in artgerechte Schweinehaltungen (mit Auslauf im Freien) dar.

Im Jahr 2004 von Aujeszkysche Krankheit freie Länder in Europa:
Dänemark, Deutschland (letztes Auftreten im April 2000), Luxemburg, Österreich, Finnland, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik, Vereinigtes Königreich, Republik Zypern

Aktuelle Daten betreffend der Durchseuchung in Europa und weltweit, auch bezüglich anderer Tierseuchen sind bei der Weltorganisation für Tiergesundheit, OIE, verfügbar.

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Dieser Artikel basiert u.a. auf dem Wikipedia Artikel Aujeszkysche Krankheit / lizenziert unter GFDL / Liste der Autoren

One Comment »

  • Martin Oberwaldner sagt:

    Aujeszky-Virus in Österreich

    http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Tiergesundheit/Seuchenbekaempfung_Ueberwachung/_Information_ueber_die_Aujeszky_sche_Krankheit_in_Wildtieren
    —————————
    —————————

    AUFRUF!

    Aujeszkysche Krankheit aufgetreten!

    Aus aktuellem Anlass erlaube ich mir, mich mit der Bitte um Verbreitung der folgenden Information bzw. Aufklärung der(hundeführenden) Jägerschaft an Sie zu wenden.

    Zwei unserer geprüften Jagd- und Zuchthunde infizierten sich am 20.11.2010 bei einer Drückjagd auf Schwarzwild im Großraum Stockerau/NÖ mit dem Aujeszky Virus und verstarben am 26.11.2010 bzw. 27.11.2010 jeweils weniger als 48 Stunden nach Auftreten der ersten diskreten Symptome auf der Internen Abteilung des Tierspitals der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die Sektionsbefunde samt den Ergebnissen der immunhistochemischen und histologischen Untersuchungen sind oben zum Nachweis attached.

    Offiziell gilt Österreich seit Juni 1997 als frei von der Aujeszky´schen Krankheit.

    Dass sich dieser Status jedoch nur auf den Bestand an Hausschweinen bezieht und der Schwarzwildbestand dabei unbeachtet bleibt, ist weder dem Großteil der praktizierenden Tierärzte noch den Jagdhundeführern bekannt. Unsere Hunde waren nicht die ersten Jagdhunde in Österreich, die nachweislich nach Einsatz auf Schwarzwildjagden an diesem Virus gestorben sind.

    In unseren Nachbarländern werden bzw. wurden immer wieder Studien zur Prävalenz des Virus bei Wildschweinen durchgeführt, die Ergebnisse zwischen 0-30% sollten jeden Jäger und Hundeführer alarmieren. Jagdhunde, die im Arbeitseinsatz – sei es bei Drückjagden oder bei der Nachsuche auf der Wundfährte – Kontakt mit Schwarzwild haben, setzen sich im Ggs. zur landläufigen Meinung nicht nur einem Risiko eher theoretischer Natur aus, sich mit Aujeszky zu infizieren. Für eine Infektion ist es auch nicht notwendig, dass die Hunde mit Aufbruch oder anderen Wildbretteilen vom Wildschwein gefüttert werden. Unsere Hunde haben sich an einem erlegten Stück angesteckt, das sie im Eifer des Gefechts gehalten und gebeutelt haben. Wahrscheinlich kamen sie dabei mit dem Fang in Kontakt mit dem Ausschuss oder der Mundschleimhaut – beides hochinfektiöse Gewebe.

    Der Verlust unserer Hunde, sowohl aus jagdlicher und züchterischer wie auch aus emotionaler Sicht, ist durch nichts wieder gut zu machen und wäre durch keine Vorsichtsmaßnahme der Welt, wie Schutzwesten und Ortungssysteme (beides hatten wir im Einsatz) zu verhindern gewesen. Man steht als Hundehalter bzw. Tierarzt dieser Infektion beim Hund machtlos gegenüber und wer einmal einen Hund mit den neurologischen Ausfällen und dem exzessiven Juckreiz gesehen hat, wird mir beipflichten, dass es kein schöner Tod für die betroffenen Tiere ist.

    Jetzt aber zum eigentlich Grund meines Schreibens. Ich bitte Sie, als offizielle Vertreter der Kynologie, der Jäger und Jagdhundeführer, Ihre Mitglieder über das vorhandene Risiko von Aujeszky beim Schwarzwild zu informieren und zu sensibilisieren.

    - Studien zur Prävalenz des Virus in der österreichischen Population wären wünschenswert und notwendig, damit man das Risiko für Jagdhunde beziffern und einschätzen kann. Momentan steht fest, wir haben ein Problem, wissen jedoch nicht, wie groß es ist.

    - Aufklärung der Jäger und Hundeführer wäre nötig. Dadurch könnten zumindest vermeidbare extreme Gefährdungen der Hunde, wie das Verfüttern von Aufbruch und Schwarzwildteilen allgemein, unnötig langer Kontakt der Hunde mit erlegtem Wild nach erfolgreicher Nachsuche oder im Rahmen von Bewegungsjagden, langer Schwarzwildkontakt beim Binden krankgeschossener Stücke oder das Mitnehmen von Hunden auf den Aufbruch- und Streckenlegplatz unterlassen werden.

    - Für Schweine besteht die Möglichkeit einer Impfung, die zwar nicht die Infektion, wohl aber Krankheitssymptome verhindern kann. Der Markt für eine derartige Impfung beim Hund wäre in Anbetracht der großen Anzahl an verantwortungsvollen Hundeführern und Hundebesitzern sicher nicht zu unterschätzen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, eine Pharmafirma für so ein Vorhaben zu gewinnen.

    Wir, als „kleine“ Hundebesitzer sind zu all dem nicht imstande, die landesweite Gemeinschaft an Interessensvertretungen sollte jedoch Bewegung in die Angelegenheit bringen können, denn wo ein Wille, da ein Weg! Und dass die Notwendigkeit besteht, lässt sich nicht leugnen.
    ———————————
    http://www.ages.at/ages/gesundheit/tier/aujeszkysche-krankheit/fragen-aujeszky-hunde-und- katzen/

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