Tricktraining: Wenn Mäuse Fußball spielen
28. Juni 2018 – 23:30 | No Comment

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Brachyurie und Anurie

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 22. August 2009 – 09:31No Comment

Tierkrankheiten A-ZAls Brachyurie wird eine angeborene Verkürzung des Schwanzes bei Wirbeltieren bezeichnet. Die vollständige Abwesenheit des Schwanzes bei normalerweise geschwänzten Tieren wird als Schwanzlosigkeit oder Anurie bezeichnet. Brachy- und Anurie sind vom Kupieren abzugrenzen, bei dem ein vorhandener Schwanz durch den Menschen teilweise oder vollständig amputiert wird.

Brachy- und Anurie kommt bei Hunden und Katzen, aber auch bei Schweinen, Rindern, Schafen und Hühnern vor. Häufigkeit, Erbgang und klinische Bedeutung sind dabei je nach Spezies und Rasse unterschiedlich.

Hund

Brachyurie beim Hund wird auch als Stummelrute bezeichnet. Ausprägungen reichen von einer leichten Verkürzung bis hin zu völliger Anurie, mit oder ohne Verkrüppelung des Schwanzes (Knickrute, “Korkenzieherschwanz”). Brachyurie und/oder Anurie wird bei verschiedenen Rassen als Bestandteil des Standards angesehen (z.B. Australian Shepherd, Entlebucher Sennenhund, Englische Bulldogge, English Cocker Spaniel, Mops, Bobtail (Old English Sheepdog), Schipperke und Welsh Corgi Pembroke), kommt aber auch bei nicht systematisch gezüchteten Rassen als Variante vor (z.B. Stumper bei altdeutschen Hütehunden). Knickruten und Korkenzieherschwänze treten bei gewissen Rassen ebenfalls gehäuft auf, z.B. Dackel.

Brachy- und Anurie wird polygen autosomal rezessiv vererbt und ist mit verschiedenen Fehlbildungen der Wirbelsäule vergesellschaftet. Es können Keilwirbel, Blockwirbel oder Schmetterlingswirbel auftreten; desgleichen Spina bifida. Dadurch kann die Entwicklung des Rückenmarks gestört sein, so dass es zu neurologischen Störungen der hinteren Körperhälfte kommt (Paraparese, Paraplegie, Harn- und/oder Kotinkontinenz).

Von einem Zuchteinsatz betroffener Hunde ist aus genetischer und tierschützerischer Sicht abzuraten. In Rassen, bei denen Brachy- und Anurie im Standard gefordert werden, ist vor einem Zuchteinsatz pragmatischerweise eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule durchzuführen, um das Vorliegen von assoziierten Fehlbildungen auszuschliessen.

DROOPY – “Drag A Long Droopy”

Katze

Brachy- und Anurie treten sporadisch bei allen Katzenrassen auf. Im Standard gefordert werden sie unter anderem bei Manxkatze, Japanese Bobtail und Kurilen Bobtail sowie Pixie-Bob.

Der Schwanz dient bei Katzen sowohl zur Balance beim Laufen und Klettern als auch als Kommunikationsmittel. Kurzschwänzige und schwanzlose Katzen sind in ihren Kommunikationsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Es treten auch Störungen der normalen Bewegungsabläufe auf. Bei der Manxkatze sind Brachy- und Anurie daneben häufig mit Fehlbildungen des Beckens und der Wirbelsäule vergesellschaftet, wobei das Ausmaß der Defekte an die Schwanzlänge gekoppelt zu sein scheint. Außerdem kann es zu Fehlbildungen des Gehirns (Anenzephalie) und zu einem ausgeprägten Exophthalmus kommen.

Genetisch liegt bei Manx- und Bobtailkatzen ein einfach autosomal dominanter Erbgang mit unvollständiger Penetranz und variabler Expressivität vor, der homozygot letal wirkt. Der Erbgang der sporadischen Brachy- und Anurie bei anderen Rassen ist nicht geklärt. Das bewusste Züchten von schwanzlosen und stummelschwänzigen Katzen erfüllt den Tatbestand der Qualzucht.

Felix the Cat – “Comicalaties” , 1928

Literatur

Bartels, Th. und Wegner, W. (1998): Fehlentwicklungen in der Haustierzucht. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, ISBN 3-432-28131-5

Herzog, A. (2001): Pareys Lexikon der Syndrome – Erb- und Zuchtkrankheiten der Haus- und Nutztiere. Parey Buchverlag, Berlin, ISBN 3-8263-3237-7 s. 67 f.

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Dieser Artikel basiert u.a. auf dem Wikipedia Artikel Brachyurie / lizenziert unter GFDL / Liste der Autoren

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