Weihnachten und Silvester: Stress lass nach!
4. Dezember 2019 – 23:26 | No Comment

Feiertagstrubel, viele Gäste und laute Böller – Die Weihnachtstage und Silvester sind für die meisten Hunde und Katzen mit Stress verbunden. Die Anzeichen hierfür können vielfältig sein: Einige Tiere ziehen sich zurück, andere sind unruhig …

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Schmerzmanagement bei Hund und Katze

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 28. Juli 2010 – 09:002 Comments

Schmerz ist ein unangenehmes Sinneserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Schädigung von Geweben oder Körperteilen einhergeht. Im Schmerzzustand verändern sich die normalen Körperfunktionen und das Verhalten, um den Schadfaktor zu vermeiden oder zu verringern. Dies dient auch zur Wiederherstellung des Normalzustandes.

Obwohl es zahlreiche Möglichkeiten der Schmerzbehandlung gibt, kann das so genannte Schmerzmanagement auch an seine Grenzen stoßen. Voraussetzung für die fachgerechte Behandlung von Schmerzen ist deren Beurteilung. Die Messung von Schmerzen und Bestimmung ihres Schweregrads gestaltet sich jedoch manchmal schwierig. Schmerzskalen sind brauchbare Hilfsmittel, können jedoch nur richtig ausgefüllt werden, wenn das Tier direkt und genau beobachtet wird.

Physiologischer (förderlicher) Schmerz
Physiologischer Schmerz ist örtlich und zeitlich begrenzt. Seine Rolle besteht darin, das Tier zu alarmieren. Das Abwehrsystem des Körpers antwortet mit einer Reflexreaktion (Zurückziehen von der schädigenden Einwirkung) und passt das Verhalten an, um diese schädigende Situation künftig zu vermeiden. Diese positiv zu bewertende Schmerzantwort zeigt sich oft in überschießenden Reaktionen, wie z. B. aggressives Verhalten.

Pathologischer (krankhafter) Schmerz
Pathologischer Schmerz ist die Folge einer Übersteigerung des physiologischen Schmerzes durch erhöhte Sensibilität der Schmerzrezeptoren und des Zentralnervensystems. Diese Art von Schmerz hat schädliche und negative Auswirkungen wie Herzkomplikationen, Appetitverlust und verzögerte Gesundung zur Folge. Pathologischer Schmerz beeinflusst stark die Stimmung des Tieres. Er ist oft mit depressiven Zuständen („traurige“ Tiere) oder Erregbarkeit und Unausgeglichenheit verbunden.

Akuter Schmerz
Akuter Schmerz führt in der Regel zu einer plötzlichen Verhaltensänderung bzw. einer direkten Sofortreaktion. Winseln und Keuchen sind klassische Schmerzsymptome, man sollte jedoch nicht vergessen, dass auch z. B. aggressives Verhalten zu diesen zählt.

Chronischer Schmerz
Chronischer Schmerz ist oft wenig auffällig; statt plötzlicher Verhaltensänderungen sieht man eher eine verminderte Aktivität. Dabei können von Zeit zu Zeit Schübe starker Schmerzen auftreten. Bei Tieren mit chronischen Schmerzen ändert sich oft die Stimmungslage, sie werden reizbar und haben Schlafstörungen.

Schmerzgedächtnis
Eine frühzeitige Gabe von Medikamenten verhindert darüber hinaus das Auftreten des sogenannten Schmerzgedächtnisses. Hierbei leiden Patienten selbst dann noch unter Schmerzen, wenn sie längst wieder gesund sind oder aber sie empfinden an sich harmlose Berührungen oder Reize als schmerzhaft.

Die Schmerztherapie nimmt in der Kleintierpraxis einen breiten Raum ein. Die Indikationen reichen von perioperativen (Zeitraum vor, während oder kurz nach einer Operation) über akute muskuloskelettale (Erkrankungen des Bewegungsapparates) bis hin zu chronischen Schmerzen, etwa bei der Osteoarthritis. Beim Schmerzmanagement für Hund und Katze sind ein schneller Wirkeintritt und die zuverlässige Schmerzbekämpfung wichtig, wenn es um die Therapie akuter oder perioperativer Schmerzen geht. Gut verträgliche Medikamente ermöglichen die Behandlung über längere Zeiträume.

In den letzten Jahren hat es bezüglich der Behandlung oder Vermeidung von Schmerzen große Fortschritte gegeben. Es ist möglich, eine geeignete Schmerzbehandlung und Schmerzausschaltung vor, während und nach der Operation zu gewährleisten. Hund und Katze erhalten dabei jeweils eine individuelle Schmerzbehandlung. Schmerztherapie ist abhängig von individuellen Faktoren wie Spezies, Alter, Art des Eingriffs, erwarteter Schmerz und Gesundheitsstatus. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass sich die Schmerztherapie positiv auf Heilung und Rekonvaleszenz der Tiere auswirkt und dazu beiträgt, die Entstehung chronischer Schmerzen zu verhindern.

Tiere fühlen genauso Schmerzen wie wir Menschen. Sie können den Schmerz nur nicht so deutlich mitteilen, wie der Mensch mit seiner Sprache. Hunde und Katzen zeigen durch ihre Körpersprache, wie sie sich fühlen. Der Mensch muss lernen, diese eigene Körpersprache zu deuten.

Verhalten des Hundes bei Schmerzen

Verhaltensänderungen:

  • Er sucht vermehrt die Nähe seines Besitzers
  • Veränderte Körperhaltung
  • Schmerzäußerung durch Jaulen, Jammern
  • Ängstliche Körperhaltung
  • Ängstlicher Gesichtsausdruck
  • Unruhe
  • Apathie
  • Aggression
  • Verminderter Appetit
  • Benagen oder Lecken der schmerzenden Stelle

Bewegungsstörungen:

  • Schonung einer Pfote oder eines Beines
  • Steifer Gang
  • Empfindlichkeit bei Berührung
  • Aufgekrümmter Rücken

Verhalten der Katze bei Schmerzen
Verhaltensänderungen:

  • Geringer Appetit
  • Zurückziehen, Drang sich zu verstecken
  • (Zu) ruhiges Allgemeinverhalten
  • Kauerstellung
  • Verstecken des schmerzenden Körperteils
  • Schlechtere Fellpflege
  • Bei Berühren knurren, grollen, fauchen und scheindrohen
  • Benagen oder lecken der schmerzenden Stelle

Bewegungsstörungen:

  • Schonung einer Pfote oder eines Beines
  • Steifer Gang
  • Empfindlichkeit bei Berührung
  • Aufgekrümmter Rücken

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Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V. / Foto: TierarztBLOG

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