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13. November 2019 – 14:06 | No Comment

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Gutes Jahr für Blattläuse

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 6. Juli 2010 – 09:00One Comment

Seit Wochen sind Blattläuse in großer Menge und Vielfalt an allen Pflanzen zu finden – unabhängig davon, ob es Bäume, Sträucher, Kräuter, Kultur- und Zierpflanzen oder nur “wildwachsende” Pflanzen sind. Die anhaltenden, starken Regenfälle der letzen Wochen scheinen sie nicht gestört zu haben, obwohl gerade ein heftiger Regenguss oft erfolgreich zur Dezimierung von Blattläusen beiträgt.

Die Blattläuse sind nicht nur durch ihr Massenauftreten (zahlreiche Individuen in sogenannten Kolonien an einer Pflanze) auffällig, sondern sie sind auch durch ihren Artenreichtum bemerkenswert (über 800 Arten in Mitteleuropa). Allerdings kann nicht jede Blattlausart auch jede Pflanze als Wirtspflanze nützen. Es gibt Arten, die nur spezifisch auf einer oder wenigen Pflanzenarten vorkommen, wie z. B. die Rosen- und die Oleanderblattlaus, oder Arten, die an verschiedenen Pflanzen saugen und daher mehrere Pflanzen als Wirtspflanzen haben, wie z. B. die Schwarze Bohnenblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus.

Die Tiere können geflügelt oder ungeflügelt sein und je nach Art in den verschiedensten Farben und Größen vorkommen, wie schwarz, grün, gelb, braun, rot oder sogar weiß, wenn der Körper von einer weißen Wachsschicht überzogen ist. Besonders auffällig sind die großen Rosenblattläuse, die rötlich gefärbt, manchmal auch grün, dicht gedrängt auf den Knospen und Stängeln der Rosen sitzen und dort den Pflanzensaft saugen. Auch die sonnengelbe Oleanderblattlaus ist nicht zu übersehen.

Blattläuse gehören unter den Insekten zu den Pflanzensaugern und besitzen einen Saugrüssel, mit dem sie die Pflanzen anstechen und Pflanzensaft saugen. Sie sitzen dabei bevorzugt an jüngeren Pflanzenteilen, wie z. B. Triebspitzen, frischen Blättern und Knospen. Das Saugen der Läuse führt zu Verfärbungen, Verkrüppelungen und/oder Wuchsbeeinträchtigungen der Pflanze. Zusätzlich scheiden sie zuckerhältige Honigtau-Tröpfchen aus, die als glänzender Überzug auf den Pflanzen zu sehen sind und als Nährmedium bzw. Ansiedlungsort für Rußtaupilze dienen. Dadurch erhalten die Pflanzen noch zusätzlich einen schwärzlichen Belag, der zu starken Qualitätseinbußen an Gemüse und Zierpflanzen führt. Eine große Bedeutung kommt den Blattläusen auch noch als Überträger verschiedenster Virus-Krankheiten zu.

Der Befall mit Blattläusen kann auf verschiedene Arten eingedämmt werden. Zum einen sorgt die Natur selbst für eine Reduktion, da Blattläuse auf Kälte und besonders auf starken Regen empfindlich reagieren. Vor allem tragen die natürlichen Feinde der Blattläuse maßgeblich zu einer Verringerung der Anzahl bei. Die wichtigsten Gegenspieler der Blattläuse sind die räuberischen Schwebfliegen-Larven, Marienkäfer und Florfliegen-Larven und Schlupfwespen, die sie parasitieren. Diese sind oft schon nach kurzer Zeit in den Blattlauskolonien zu beobachten. Andererseits können mechanische Maßnahmen, wie das gründliche Abwaschen und Entfernen (Ausschneiden) befallener Pflanzenteile, auch viel zur Verringerung der Blattlauszahl beitragen. Diese Maßnahmen sind oft sinnvoller und auch kostengünstiger als Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Bei stärkerem Befall besteht die Möglichkeit, anwendungsfertige Pflanzenschutzmittel auf Basis von z.B. Pflanzenölen, Kaliseifen oder ähnlichem einzusetzen. Damit können auch die vorhandenen natürlichen Blattlaus-Gegenspieler geschont werden. Wichtig ist aber, vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genau zu prüfen, ob nicht eventuell schon Nützlinge vorhanden sind. Der Vorteil der natürlichen Gegenspieler ist, dass sie die Blattläuse auch an Pflanzenteilen entdecken, zu denen Pflanzenschutzmittel oft nicht vordringen. Im Gegensatz zum Hobbygärtner ist in der Erwerbsproduktion die professionelle Blattlausbekämpfung teilweise unvermeidbar.

Ameisen melken Blattläuse

Quelle: AGES Wien / Foto: U. Persen, AGES Wien

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