Giftköder – Gefahr für geliebte Vierbeiner
16. Oktober 2017 – 21:56 | One Comment

Immer öfter hören Hundebesitzer in den Nachrichten von einer großen Gefahr für ihre Hunde: Giftköder. Dabei handelt es sich um unscheinbar wirkende Leckerlies, deren Genuss jedoch im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Tierschutzorganisationen gehen aktuell …

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Giftköder – Gefahr für geliebte Vierbeiner

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 16. Oktober 2017 – 21:56One Comment

Immer öfter hören Hundebesitzer in den Nachrichten von einer großen Gefahr für ihre Hunde: Giftköder. Dabei handelt es sich um unscheinbar wirkende Leckerlies, deren Genuss jedoch im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Tierschutzorganisationen gehen aktuell von über 9.000 Fundorten aus, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.

Doch woran erkennen besorgte Besitzer einer Fellnase diese Giftköder? Auf welche Symptome müssen sie achten? Und welche Vorkehrungen kann man treffen bzw. was tun, wenn der Ernstfall eintritt?

Tödliche Leckereien erkennen
Sie unterscheiden sich optisch oft nicht von normalen Goodys für Hunde. Doch deren Inhalt besteht nicht aus einer schmackhaften Füllung, sondern aus Rasierklingen, Glasscheiben oder Gift. Diese befinden sich verborgen im Inneren von Fleischbällchen, geschnittenen Bockwürsten oder im Hundefutter. Daher ist es unabdingbar als Herrchen oder Frauchen, genau auf den Weg achtzugeben und ihre Vierbeiner stets im Blick zu behalten. Das ist oftmals gar nicht so einfach. Denn viele Stoffe für Giftköder gibt es normal im Handel zu kaufen. Neben Rasierklingen oder Glas zählen unter anderem diese Gifte dazu:

  • Frostschutzmittel
  • Unkrautvernichter
  • Medikamente
  • Rattengift
  • Schneckenkorn

Die unauffällige Optik macht es Hundebesitzern sehr schwer, Giftköder rechtzeitig zu erkennen. Einzig Schneckenkorn sieht man recht schnell. Die mehrfarbigen Kügelchen werden auf Wegen, Straßen oder im Gras verstreut. Durch ihre bunte Farbe sind sie oft bereits von Weitem sichtbar.

»Wie verhalten im Vergiftungsfall?«

Präventive Maßnahmen können Leben retten
Um das Risiko für den Hund zu reduzieren, ist es wichtig, sich mit der Thematik Giftköder auseinandersetzen. Dafür lohnt sich zunächst der Blick in ein Buch, um zunächst allgemeine Informationen zu erhalten. Zum Beispiel hat Josera einen kostenlosen Giftköder-Ratgeber auf den Markt gebracht, der über Symptome, Maßnahmen und Vorkehrungen detailliert aufklärt. Weiterhin ist es empfehlenswert, ein Anti-Giftköder-Training zu absolvieren. Dadurch lernt der Hund, was er unterwegs fressen darf und was nicht. Außerdem erhalten die Hundebesitzer wichtige Erziehungstipps. Alternativ gibt es sehr gute Videos, wie das der Hundepension Salostowitz, die die Umsetzung wertvoller Verhaltensregeln visuell verdeutlichen.

Doch was kann man selbst tun?

  1. Hunde erkennen den Unterschied zwischen einem Belohnungs-Leckerlie und einem Giftköder nicht. Es ist daher wichtig, dem Hund beizubringen, nicht alles zu fressen, was auf dem Boden liegt.
  2. Mittlerweile gibt es viele Internetseiten, die sich dem Thema Giftköder verschrieben haben und Hundebesitzer über verschiedene Standorte aufklären. Hervorgehoben sei hier unser Projekt Giftwarnkarte mit Gratis-App.
  3. Bei sehr lernunwilligen und gleichzeitig verfressenen Tieren, kann ein Maulkorb eine temporäre Lösung sein.
  4. Kommandos sind sehr wichtig. Hunde sollten diese sehr früh lernen und darauf hören.

Die Symptome eines Giftköders

Per se kann nicht gesagt werden, dass es ein bestimmtes Symptom gibt. Denn je nachdem, um was für einen Giftköder es sich handelt, reagiert der Körper des Hundes anders.

Wer den Verdacht hat, dass der eigene Hund einen gefährlichen Fund am Straßenrand gefressen hat, sollte sofort den Tierarzt einschalten und mit dem Tier in eine Klinik fahren.

Spätestens jedoch dann, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten:

  • Atembeschwerden, Atemnot, übermäßiges Hecheln, starker Speichelfluss
  • Unruhe, Apathie, Bewusstlosigkeit, schwankender Gang oder taumeln
  • Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Blutungen, Blut im Stuhlgang oder Urin
  • Zittern, Muskelzittern
  • Unregelmäßiger Herzschlag, sinkende Temperatur
  • Gerötete Augen, stark erweiterte oder verengte Pupillen, verfärbtes Zahnfleisch, verfärbte Schleimhäute

Egal, welches Symptom auftritt, es ist Eile geboten. Denn es gibt Gifte, die sehr schnell wirken und innerhalb von Minuten Krämpfe auslösen oder zur Bewusstlosigkeit führen. Andere hingegen gleichen einem schleichenden Prozess, führen zu inneren Blutungen und lang anhaltenden Schmerzen für das Tier.

Tipps für den Ernstfall
Wenn der Ernstfall eintritt und der geliebte Vierbeiner einen Giftköder gefressen hat, sollte die erste Anlaufstelle immer ein Tierarzt oder der Rettungsdienst sein. Eigene Behandlungsversuche sind nicht zielführend. Tatsächlich können sie die Situation sehr oft sogar verschlimmern. Weiterhin ist es wichtig, den Giftköder mitzunehmen. Dabei gilt: Nicht mit bloßer Hand anfassen, sondern immer Gummihandschuhe tragen. Schließlich ist die Sicherheit des Besitzers nicht gewährleistet. Das giftige Leckerli wird idealerweise in einer Plastiktüte verstaut. Denn so kann der Arzt schnell herausfinden, um welche Art Gift es sich handelt. Gleichzeitig kann dadurch von Anfang an die richtige Behandlungsmethode gewählt werden.

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Foto: TierarztBLOG-Hirczy / Postinfo: 01161017

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