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18. August 2019 – 21:33 | No Comment

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Eier: Der Teufel steckt im Detail

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 9. Juni 2016 – 13:54No Comment

Hunderte Millionen Eier werden jährlich in Industrie und Haushalten verarbeitet, rund 70 Millionen Eier werden allein an den Osterfeiertagen in Österreich verspeiset. Dass diese ganz überwiegend aus Österreich und aus artgerechter Hühnerhaltung stammen, ist nicht zuletzt dem steten Drängen und mühevollen Lobbyarbeit vieler Tierschutzorganisationen geschuldet.

„Die jahrzehntelange Arbeit der Tierschutzbewegung in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsbetrieben hat Österreich nicht nur den besten Qualitätsstandard bei Hühnereiern gebracht, sondern auch faire Preise für die Menschen, die vom Verkauf der Eier leben. Diese Kooperation hat viele Arbeitsplätze gesichert und sollte Vorbild für ganz Europa sein“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV).

Durch die österreichische Eierdatenbank, die von der AMA gemeinsam mit dem Tierschutz betrieben wird, haben die Konsumenten eine sichere Möglichkeit, die Herkunft und Qualität der Eier zu prüfen. Wer nun denkt, die Eier aus Käfighaltung seien von Österreichs Tischen verbannt, der irrt. Denn Käfigeier (diese Haltungsform ist in der EU eigentlich streng verboten) gelangen als Eipulver und Flüssigei, importiert aus EU-Nachbarländern nach Österreich. „Teile der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie unterlaufen wegen ein paar Cent pro Ei die österreichischen Standards und importieren Billig-Eier und Dumping-Ei-Produkte aus ausländischen Käfighaltungen“, so Petrovic. Anders als bei Schaleneiern können Kundinnen und Kunden bei verarbeiteten Produkten allerdings nicht erkennen, woher die Eier tatsächlich stammen, da hier eine Kennzeichnung bisher nicht erforderlich ist.

»Soll ich meine Hühner impfen lassen?«

Tierschutzorganisatoren wie der Wiener Tierschutzverein machen daher weiterhin Druck, damit dieser Verrat an mühsam errungenen Qualitäts-Standards von den Konsumenten abgestraft wird. „Unsere Empfehlung lautet: Essen und kaufen Sie keine Eier und Produkte mit Eiern, wenn die Herkunft nicht klar erkennbar und geprüft ist. In Hotels und Restaurants muss über die Herkunft Auskunft gegeben werden. Ansonsten wäre es besser, das Lokal zu wechseln“, so Petrovic.

Bei Backwaren, Nudeln, Desserts und anderen Fertigprodukten aus dem Supermarkt gilt: Wenn nicht angeführt ist, dass die Eier aus (Bio-) Freilandhaltung oder Bodenhaltung stammen, dann können sich Konsumenten leider fast sicher sein, dass die Eier aus der qualvollen Käfighaltung stammen. „Das Wohl der Tiere, die Arbeitsplätze in der österreichischen Landwirtschaft und nicht zuletzt die eigene Gesundheit sollten die paar Cent mehr pro Ei wert sein“. Es gäbe zudem genug österreichische Unternehmen, die kontrollierte und zertifizierte Freilandeier zur Produktion ihrer Lebensmittel verwenden würden. Bei BIO-Lebensmitteln werden jedenfalls Freilandeier verwendet. „Achten Sie daher beim Einkauf darauf“, so Petrovic.

Konsumenten sind selbst gefragt
Denn es sind nicht zuletzt die Verbraucher selbst, in deren Macht es liegt, Produkte mit unklarer Deklaration zu meiden. Sie sind es auch, die durch die fehlende Kennzeichnung getäuscht werden und so quasi unwissentlich grausames und extremes Tierleid in den Legebatterien außerhalb der EU fördern.

„Noch ist die Kennzeichnung bei verarbeiteten Produkten nicht zwingend vorgeschrieben, viele Vorstöße der Tierschutzbewegung wurden leider bisher abgelehnt. Daher liegt es an den Kunden der Supermärkte und Discounter, ihre Macht zu nutzen“, sagt Petrovic.

Der Wiener Tierschutzverein fordert daher weiterhin einen Importstopp für Käfigeier und die daraus hergestellten Produkte sowie die Einführung einer gesetzlichen „Vermutung“ für die Herkunft der Eier in der (Groß-) Gastronomie. Petrovic dazu: „Das heißt: Wenn nicht ausdrücklich zugesichert wird, dass nur Freilandeier oder Eier aus Bodenhaltung verwendet werden, so wird vom Gesetz her angenommen, dass es sich um Käfig-Eier handelt. So wird kaum zusätzlicher bürokratischer Aufwand verursacht. Ein Aufkleber auf der Menü-Karte reicht“.

Weiters sollte es dringend Nachverhandlungen bei Handelsabkommen geben, die Käfigeier-Importe in die EU zulassen, wie zum Beispiel bei jenem mit der Ukraine. „Es ist bekannt, dass in der Ukraine skrupellose Milliardäre gigantische Käfigbatterien mit zig Millionen gequälten Hühnern errichtet haben. Diese Eier landen verarbeitet auch auf Österreichs Tellern“, so Petrovic. Auch Verhandlungen über die unsinnig kurzen Haltbarkeitsbestimmungen seien auf EU-Ebene dringend notwendig, ebenso wie ernsthafte Gespräche mit den Handelsketten, so Petrovic abschließend.

Tipps zum tiergerechten Eierkonsum
Der Stempelaufdruck auf jedem Ei gibt Auskunft über die Haltungsform. Wichtig ist die erste Ziffer, denn sie informiert über die Haltungsbedingungen: „0“ steht für Eier aus ökologischer Landwirtschaft (sog. „Bio-Eier“), „1“ für Freilandhaltung, „2“ für Bodenhaltung und „3“ für Eier aus Käfighaltung. Aber die Kennzeichnungsregelung lässt folgende Ausnahme zu, die für KonsumentInnen jetzt vor Ostern Verwirrung stiften kann: Sobald es sich um gekochte und gefärbte Eier handelt, entfällt die Kennzeichnungspflicht auf dem Ei! Daher empfiehlt die Wiener Tierschutzombudsstelle beim Kauf von gefärbten Eiern nach der Kennzeichnung der Haltungsform auf der Verpackung zu suchen und bevorzugt Bio- oder Freilandeier zu kaufen. Ein weiterer Vorteil der gefärbten Bio-Eier: Sie unterliegen auch hinsichtlich der Färbestoffe einer viel strengeren Regelung!

Als Schalenei wird das ganze Ei bezeichnet. Eier gibt es aber auch als Trockenei (Eipulver) oder als Flüssigei. Diese verarbeiteten Eier werden fast ausschließlich in der Gastronomie und in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. In solchen Fällen ist die Haltungsform der Legehennen oft nicht bekannt. In Nahrungsmitteln wie Teigwaren, Mayonnaise oder Mehlspeisen können also auch Eier aus Käfighaltung enthalten sein, da deren Import weiterhin erlaubt ist und die Erzeuger zu keiner Kennzeichnung verpflichtet sind. Das heißt, dass z.B. auf Kuchenverpackungen nicht auf „Käfigeier“ hingewiesen werden muss. Aus diesem Grund ist es möglich, dass man – ohne es zu wissen – auch große Mengen an Käfigeiern konsumiert. Auch in dieser Hinsicht ist man mit Bio-Produkten immer auf der sicheren und tierfreundlicheren Seite.

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Quelle: OTS / Foto: Fir0002 (CC BY-SA 3.0)

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