Wie man die richtigen Proben für einen Hund-Allergietest sammelt und was man vermeiden sollte
13. April 2024 – 13:50 | No Comment

Die Vorbereitung und Durchführung eines Allergietests bei Hunden erfordert Sorgfalt und Präzision, insbesondere wenn es um die Sammlung der richtigen Proben geht. Eine korrekte Probenentnahme ist entscheidend, um zuverlässige Testergebnisse zu erzielen und die spezifischen …

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Hochsaison für lästige Zecken

Hinzugefügt von Redaktion TierarztBLOG am 3. Juni 2021 – 15:26No Comment

Momentan befinden wir uns wieder in der Hochsaison für lästige Zecken. Aber Zecken tummeln sich längst nicht nur im Sommer auf unseren Wiesen. Durch das durchgehend milde Klima, findet man Zecken teilweise auch in den Wintermonaten. Um Krankheiten, die von den Parasiten übertragen werden, zu umgehen, ist ein ganzjähriger Zeckenschutz sehr wichtig. In diesem Gastartikel vom Tierarzt felmo beantworten wir einige wichtige Fragen rund um das Thema Zecken.

Warum sind Zecken bei Hunden gefährlich?
Durch Zeckenstiche können gefährliche Krankheiten übertragen werden. In Deutschland sind die häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Einige der sogenannten „Reisekrankheiten“ werden mittlerweile, durch die Einschleppung verschiedener Zeckenarten aus dem Mittelmeerraum, auch hier in Deutschland übertragen. In seltenen Fällen kommen deshalb inzwischen auch Babesiose, Ehrlichiose und Anaplasmose vor. Dadurch, dass Hunde Zecken auch ins Haus tragen können, ist eine Gefährdung der im Haushalt lebenden Menschen möglich. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Krankheiten manchmal erst lange Zeit nach dem Zeckenstich auftreten.

Was ist der beste Zeckenschutz für meinen Hund?
Der optimale Zeckenschutz ist individuell unterschiedlich. Je nach Hund, Wohngebiet und Wohnsituation ist zudem das Risiko für Krankheiten verschieden. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Zeckenschutzmitteln auf dem Markt. Bravecto & Co sind Isoxazoline und wirken innerlich. Sie haben eine sehr gute Wirksamkeit. Jedoch sind diese Mittel noch nicht lange auf dem Markt und somit noch nicht vollständig erforscht. Im Gegensatz zu den Pyrethroiden sind sie nicht zur Prophylaxe von Reisekrankheiten geeignet, da der Wirkstoff die Zecke erst nach dem Stich tötet. Seresto, Advantix & Co gibt es als Spot-Ons und Halsbänder. Diese Wirkstoffgruppe wird bereits seit langer Zeit genutzt. Dadurch sind auch die Nebenwirkungen besser erforscht als bei den Isoxazolinen.

Die Pyrethroide wirken äußerlich. Sie zeigen eine sehr gute Wirksamkeit. Bei diesen Präparaten werden die Parasiten schon vor dem Stich abgewehrt. Somit kann die Übertragung von Reisekrankheiten (z.B. FSME, Leishmaniose) verhindert werden. Bei Katzen im Haushalt und beim Baden im Wasser sollte jedoch auf ein anderes Mittel zurückgegriffen werden, da Seresto & Co teilweise toxisch für Katzen und Fische sind. Auch auf Kinder können die Wirkstoffe durch Kuscheln übertragen werden. Bei freiverkäuflichen Mitteln ist Vorsicht geboten, da diese meist keine zugelassenen Wirkstoffe, sondern z.B. ätherische Öle enthalten. Auch Hausmittel wie Kokosöl, Schwarzkümmelöl usw., können einen Zeckenstich nachweislich nicht zuverlässig verhindern.

Wie entferne und entsorge ich Zecken richtig?
Wenn es dann doch einmal dazu gekommen ist, dass sich eine Zecke an dem Hund festgebissen hat, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Dies sollte sehr vorsichtig und am besten mit einer speziellen Zeckenzange geschehen. Um Rückstände der Zecke im Körper zu vermeiden, wird die Zecke so dicht wie möglich an der Einstichstelle gepackt und langsam herausgezogen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man sie gerade herauszieht oder dreht. Bei der Entfernung ist es sehr wichtig, den Zeckenkörper nicht zu quetschen. Im Bauch der Zecke befinden sich nämlich die Krankheitserreger, die durch den Druck in den Körper des Hundes gelangen können. Auch Hausmittel wie Nagellack, Öl oder Ähnliches sollten nicht auf die Zecke getan werden, da diese die Zecke stressen und somit die Übertragung von Krankheitserregern begünstigen können.

Wann braucht mein Hund einen Tierarzt?
Die ersten Symptome durch einen Zeckenstich können nach 7 bis 14 Tagen auftreten. In manchen Fällen sogar erst Monate oder Jahre später. Falls der Hund nach einem Zeckenstich Beschwerden jeglicher Art zeigt, sollte möglichst sofort ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Denn umso schneller die Behandlung gegen die Erkrankung erfolgt, desto höher sind die Heilungschancen.

Folgende Beschwerden können auf eine Infektion durch Zecken hinweisen:

  • Leichtes bis hohes Fieber und Mattigkeit
  • Lymphknotenschwellung
  • Gelenkschwellung und/oder Lahmheit
  • Gelenkentzündungen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit

Ob Zeckenstich oder nicht, bei diesen Symptomen sollte der Hund auf jeden Fall dem Tierarzt vorgestellt werden.

Fazit
Um eine durchgängige Wirkung zu erzielen, ist es essentiell, in regelmäßigen Abständen auf eine Erneuerung des Zeckenschutzes zu achten. Besonders von April bis Juni und September / Oktober sind vermehrt Zecken unterwegs. Das heißt, in diesen Monaten ist der Zeckenschutz besonders wichtig. Das eine, perfekte Zeckenschutzmittel, für alle Hunde gibt es jedoch nicht, da jeder Körper anders reagiert. Zudem sind auch die Bedingungen in jedem Haushalt unterschiedlich. Am besten bespricht jeder Hundehalter mit dem Tierarzt, welcher Zeckenschutz für den jeweiligen Hund geeignet ist.

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Fotos: (1) Erik Karits on Unsplash / (2) Jamie Street on Unsplash / (3) felmo

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