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29. November 2018 – 23:19 | No Comment

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Calming Signals: Die Gebärdensprache der Hunde

Hinzugefügt von Gastkommentar am 1. April 2010 – 08:002 Comments

Nur wer die Körpersprache seines Hundes „lesen“ kann, kann ihn auch verstehen. Hunde zeigen ihre Gefühle hauptsächlich nonverbal. Vielfache Missverständnisse könnten vermieden werden, wenn sich Hundebesitzer mit den Kommunikationsfähigkeiten ihrer Vierbeiner auseinandersetzen würden. So wie wir wollen, dass uns unser Hund versteht, will auch er verstanden werden. Andere Hunde reagieren auf die Signale Ihres Hundes – reagieren auch SIE darauf!

Neben der allgemeinen Körpersprache kommunizieren Hunde über Calming Signals, zu Deutsch Beschwichtigungssignale. Die Norwegerin Turid Rugaas hat sich mit der Erforschung dieser Signale beschäftigt und dadurch einen großen Teil zum besseren Verständnis von Hunden beigetragen. Sie scheint allerdings der Meinung zu sein, dass sie nur gezeigt werden, um der Umgebung etwas mitzuteilen.

Ich denke, dass Hunde gewisse Calming Signals nicht nur zeigen, um ihre (friedlichen) Absichten zu übermitteln, sondern auch, um Stress abzubauen und wenn sie nicht sicher sind, wie sie in einer Situation reagieren sollen, sich also in einem inneren Konflikt befinden. Dieses erweiterte Wissen ist sehr bedeutsam und wird durch neue Erkenntnisse belegt.

U.a. werden folgende Formen der Körpersprache als Calming Signals bezeichnet:

  • Gähnen
  • Um die Schnauze lecken/züngeln
  • Blinzeln
  • Kopf abwenden/gesamten Körper abwenden
  • Sich kratzen
  • Vorderkörpertiefstellung
  • Einen Bogen gehen
  • Am Boden schnüffeln
  • Langsame Bewegungen

Es ist jedoch durchaus zu beachten, dass diese Signale nicht immer als Calming Signals bezeichnet werden können. Ich möchte darauf hinweisen, dass sie auch wie oben beschrieben in Situationen auftreten können, in denen ein Hund weder versucht, sein Gegenüber friedlich zu stimmen noch selbst zeigen möchte, dass er friedliche Absichten hat.

Calming Signals bei Boxer und Retriever

Ich möchte nun aber über diese Signale im Zusammenhang mit Beschwichtigung berichten. Die Beschwichtigungssignale Gähnen, um die Schnauze lecken, Blinzeln und Kopf abwenden können Sie oftmals beobachten, wenn ihr Hund von einer fremden oder eventuell auch bekannten Person „bedrängt“ wird, indem sie sehr nahe kommen, möglicherweise über den Kopf streicheln oder ihn gar umarmen. Viele Hunde zeigen diese Beschwichtigungssignale auch bei Streicheleinheiten des eigenen Besitzers. So stellt sich die Frage, ob Hund immer genießt, was Mensch macht.

In meiner Hundeschule konnte ich beobachten, dass Hunde größtenteils Streicheln nach der korrekten Ausführung einer Übung nicht als Belohnung wahrnahmen. Auch der größte Schmuser kann Streicheln während des Trainings als unangenehm empfinden. Zuhause in ruhiger Umgebung nehmen die meisten Hunde Kraulen wohlwollend an. Doch kann es sein, dass Ihr Hund nicht von Ihnen umarmt werden möchte, auch wenn er sie noch so gerne hat. Wenn Sie Ihren Hund das nächste Mal liebkosen, achten Sie darauf, ob er Calming Signals zeigt.

Wenn ja, sollten Sie die Art des Streichelns eventuell überdenken und dezenter vorgehen. Scheuen Sie sich auch nicht davor, anderen Menschen mitzuteilen, wenn Ihr Hund mit Körperkontakt bzw. mit dem Ausmaß des Körperkontakts überfordert ist. Das Sich-kratzen habe ich u.a. in Lernsituationen beobachtet, wie z.B. wenn sich Mensch undeutlich ausdrückt oder die Stimme beim Wiederholen des Kommandos strenger wird.

Die Vorderkörpertiefstellung und Einen-Bogen-Gehen tauchen sehr häufig auf, wenn sich Hunde zum ersten Mal begegnen. Es wäre unhöflich bzw. für den anderen Hund einschüchternd, wenn sich ein Hund frontal nähern würde.

Deshalb gehen gut sozialisierte meist in einem Höflichkeitsbogen aufeinander zu, um weniger bedrohlich zu wirken. Sie bleiben anschließend parallel und in die entgegengesetzte Richtung blickend stehen.

In dieser Stellung können sie längere Zeit verharren, bis unter Umständen einer der beiden in die Vorderkörpertiefstellung geht, um die Situation aufzulockern bzw. zu entschärfen. Daraus kann ein Spiel entstehen. Spielt einer wilder als der andere, kann es sein, dass der Ruhigere nach einer Zeit beschwichtigend am Boden schnüffelt, um zu zeigen, dass ihm nach einer Pause oder dem Ende des Spiels zumute ist.

Manchmal ist auch zu beobachten, dass zwei Hunde nicht aufeinander zugehen, sondern in einiger Entfernung voneinander den Kopf oder auch den ganzen Körper wegdrehen. Wichtig ist, dies zu respektieren und nicht auf Teufel komm raus zu versuchen, die beiden zu mehr Nähe zu „zwingen“. Nicht jede Hundebegegnung muss obligatorisch in ein Spiel übergehen, nicht jedesmal müssen sich die Hund begrüßen und beschnüffeln. Es scheint möglicherweise so, als ob zwei in Distanz zu einander befindliche, den Körper wegdrehende Hunde nicht miteinander kommunizieren würden – doch das tun sie. Sie senden beide Signale aus, die der andere empfängt.

„Calming Signals – Die Beschwichtigungssignale der Hunde“ von Turid Rugaas

Weitere häufig auftretende Calming Signals nach Turid Rugaas sind Markieren, Pföteln, Einfrieren/Erstarren und Langsame Bewegungen. Wenn Sie Ihren Hund beobachten, werden Ihnen ab heute viele der Calming Signals auffallen. Sehen Sie diese immer im Gesamtkontext. Wenn Ihr Hund gähnt, versuchen Sie zu erörtern, ob es für ihn einen Grund gibt, zu beschwichtigen oder ob er einfach nur müde ist.
Haben Sie Ihrem Hund ein lautes Kommando gegeben, bevor er anfing am Boden zu schnüffeln oder verfolgt er gerade eine Spur? Vielfach werden Sie eine Ursache für das Zeigen der Calming Signals finden. Überdenken Sie, ob Ihr Hund von jedem Fremden gestreichelt werden möchte, und ob Streicheleinheiten tatsächlich eine Belohnung während einer Trainingseinheit darstellen. Viel Spaß beim Beobachten!

Katja Heidinger, Tiertrainerin & Erziehungsberaterin:
“Ich setze mich für ein besseres Verständnis zwischen Mensch und Hund ein, indem ich eine hochwertige Ausbildung absolviert habe, mich laufend weiterbilde, über Hundeverhalten, Erziehungsmythen und die Bedürnisse von Hunden aufkläre, mich für mehr Respekt gegenüber Hunden einsetze und positive Methoden praktiziere und weitergebe.”

Partner auf vier Pfoten Fotos: Partner auf 4 Pfoten, Klaus Steves – pixelio.de

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